„Es kann denen in der Heimat ein Dutzend Austern nicht besser munden, als uns in der Öde dieser Klee,“ fügte Doktor Bolten hinzu.

„Bester Doktor,“ rief Holm, „es ist kein Klee, den wir hier verspeisen, sondern die wohlthätige Pflanze, welche uns vom Verhungern rettet, ist die „Marsilea.“ Obgleich ihre Blätter denen des Klees ähnlich sind, so gehört sie wegen ihrer eigentümlichen Fruchtbildung doch zu den Farnkräutern. Wenn wir auch jetzt unsere Nahrung den Vierfüßlern gleich auf der Erde suchen, so sind wir doch noch weit davon, Futterkräuter zu speisen.“

Nachdem der größte Hunger gestillt, pflückte jeder der Reisenden sich einen kleinen Vorrat der Frucht der Marsilea, worauf die Tiere wieder bestiegen wurden und die Reise weiter ging. Es war jedoch nur dem einen Quälgeist etwas gewehrt worden, dem Hunger; der Durst machte sich von Minute zu Minute peinlicher bemerkbar.

Nach und nach näherte man sich dem Waldsaume. Nirgends war eine Quelle zu entdecken oder ein Bach, der Wasser enthalten hätte.

Der Malagasche parierte plötzlich sein Tier. „Halt!“ rief er ängstlich, „halt! — Vor uns ist das offene Meer, — dicht vor uns!“

Die Tiere standen wie auf Kommando. Sie schaukelten die Köpfe und schienen offenbar selbst durchaus nicht geneigt, weiter vorzudringen. Alle horchten.

„Der Schall kommt von links her,“ meinte Franz.

„Das glaube ich auch,“ fügten mehrere andere hinzu.

Rua-Roa blieb bei seiner Behauptung. „Wir haben das Meer vor uns,“ wiederholte er.

Der alte Squatter unterdrückte einen Seufzer. „Ich glaube dir, Junge,“ sagte er. „Alle Farbigen sind den Weißen in dieser Beziehung überlegen, — wahrhaftig, mir selbst scheint, daß sich der Schall gegen früher etwas verändert hat.“