„Aber doch nicht die Frauen, die Kinder?“

„Ebensowohl diese. Wir werden es ja gleich sehen.“

Unsere Freunde folgten dem Zuge und so kamen alle hinab an den Strand, wo heute die Sonne auf sehr stille, regungslose Wasserfluten brannte, wo aber gerade aus diesem Grunde der Fischfang bestens bewerkstelligt werden konnte.

Doktor Bolten wandte sich an den Kommis, der als Führer die kleine Expedition leitete. „Aber sagen Sie mir, lieber Freund, woher kommen die vielen preußischen Infanterieuniformen hier auf der Südseeinsel? Jeden Augenblick taucht so ein zerschlissenes, zerfetztes Gewand aus den Büschen am Wege auf.“

Der junge Hamburger lächelte. „Das sind die Kleider, welche wir den ganz Wilden der Kingsmillinseln geben, wenn diese zuerst, nur mit einem Grasgürtel bekleidet, hierherkommen, um in unseren Faktoreien Arbeit zu suchen. Sie kennen weder den Begriff des geordneten Staatswesens, noch den des Anstandes, aber eben darum suchen wir sie zu gewinnen. Wer drei Jahre lang unter Christen als arbeitender und verdienender Mensch lebte, den gelüstet es nicht mehr, wieder in den Urzustand zurückzukehren.“

Franz sah mit stolzem Blick umher. „Und das alles schuf mein Vater!“ sagte er. „Tausende verdanken ihm Glück und Wohlstand.“

„Weil er ein so ganz ausgezeichneter Kaufmann ist, ja!“

Franz errötete. „Hm, hm,“ sagte er. „Wer weiß, was noch geschieht.“

Der Strand war jetzt erreicht und die Samoaner in ihren hellfarbigen Kleidern schoben die Boote ins tiefere Fahrwasser. Die hübschen, vielfach geschnitzten Ruder wurden eingelegt und nun fuhren mehrere Männer, zu drei in einem Kahne, etwas weiter hinaus bis in den Schatten der vorspringenden Klippen; hier banden sie ein Stück Fleisch an ein langes starkes Seil und ließen dann dasselbe ins Wasser sinken. Frauen und Kinder standen noch am Strande, die Fischer beobachteten gespannten Blickes das Geheimnis der dunkeln Tiefe da unten.

Plötzlich gab einer ein Zeichen. „Der Hai!“