Wird der Mantel im Absude von Heublumen, Haberstroh, Fichtenreiser getaucht, so wirkt er vortrefflich gegen jene Leiden (Gicht-, Stein-, Gries-Leiden usw.), deren Heilung genannten Pflanzen eigentümlich ist.
G. Trinken des Wassers.
In diesem Stücke kann ich mich sehr kurz fassen. Ich warne vor zwei Extremen, d. h. vor zwei das richtige Maß überschreitenden Ansichten. Es sind einige Jahrzehnte her, da gab es förmliche Wassertrinkturniere. Wer die meisten „Maßerl zwang,“ der war der größte Held. Ein tägliches Quantum von 4, 6, 8, 10 Maß zählte durchaus nicht zu den Seltenheiten. Noch heutzutage spukt in manchem Kopfe der Gedanke, viel Wassertrinken müsse gesund machen. Besser noch diese Grille als die andere, welche dem glühenden Hirn vorsingt, 3, 4, 5 Maßerl braunes Gerstenwasser sei nicht zuviel Flüssiges für die Menge des täglich eingenommenen Festen.
Den Leuten der zweiten Gattung scheint das Gegenteil von dem Gesagten das Richtige sein, sie trinken Wochen, ja Monate lang gar kein Wasser, denn das Wassertrinken ist nicht vom Guten, wie sie meinen.
Wie doch die Menschen zu Zeiten allen gesunden Sinn verlieren, sich förmlich jedes vernünftige Urteil unterbinden, jedem instinktiven Trieb und Gefühl, dem die Tiere blind Folge leisten, um es gemein zu sagen, von vornherein den Hals abschneiden. Ist dieses vernünftig?
Einige Minuten, bevor die Uhr schlägt, kündigt sich’s an. Hat denn der große Werkmeister, unser Schöpfer, etwas Halbes, ein Pfuschwerk gemacht? Oder haben die Menschen in seine wunderbare Ordnung die Unordnung gebracht? So ist es. Der unendlich weise Schöpfergott läßt den Hunger ein Zeichen geben, wann gegessen, den Durst anklopfen, wann getrunken werden soll. Der Menschenkörper, diese lebendige Uhr vom besten Gang und Schlag, liefe und schlüge vortrefflich, wenn nicht der Menschentor Schmutz und Sand und anderen Unrat zwischen die Räder werfen und so den geordneten Lauf stören, vielleicht zerstören würde.
So oft die zahmen und wilden Tiere Hunger verspüren, suchen sie Nahrung; so oft der Durst sich einstellt, eilen sie zum frischen Quell. Nach erfolgter Sättigung hören sie sofort auf, ein Weiteres zu sich zu nehmen.
Gerade so handelt der unverdorbene Mensch bei geregelter Lebensweise, gleichviel, ob er gesund sei oder krank.