Eine Eigentümlichkeit des Öles besteht noch darin, daß es bei der ersten und vornehmeren Arbeit des Ausziehens die bestrichene Stelle verwundet, dann aber, sobald es seine Pflicht getan, in zweiter Arbeit dieselbe schnell und gut zuheilt.
Das Öl betrachte ich nicht im mindesten als ein Geheimmittel; ich habe dessen Zusammensetzung manchem vertrauten Freunde mitgeteilt. Um indessen Mißbräuchen und wohl auch Mißgriffen verschiedener Art vorzubeugen, sehe ich mich veranlaßt, das Rezept der Öffentlichkeit nicht kundzugeben. (Siehe [Anmerkung] auf [Seite 111].)
Baldrian, gebräuchlicher. (Valeriana officinalis L.)
Daß im Baldrian etwas besonderes stecken muß, darüber belehren uns die Katzen, die er durch seinen Geruch so anzieht, daß sie sich auf seinem Kraute wälzen.
Wir benützen allein die Wurzel, die entweder zur Teebereitung zugeschnitten oder zu Pulver zerrieben und stets nur (als Tee und als Pulver) in kleinen Portionen genommen wird.
Baldrianwurzel lindert Kopfbeschwerden und hebt krampfhafte Zustände, ähnlich wie die Raute; sie wirkt auf beide Leiden gut ein, weil sie deren hauptsächlichste Ursachen, die Gase nämlich, ausscheidet.
Bitter- oder Sumpfklee (Menyanthes trifoliata L.)
ist eine Pflanze, welche auf Moorgrund und gewöhnlich in der Nähe von laufendem Wasser steht. Da, wo das Wasser im Fließen keinen Ausweg mehr gefunden hat und eine kleinere oder größere Pfütze bildet, wächst unter sauerem Grase auch diese Sumpfflanze. Sie hat drei Blätter und ist sehr bitter, daher der Name Bitterklee. Dieses Kraut gibt vorzüglichen Tee für den Magen; er wirkt gut auf die Verdauung und hilft gut die Magensäfte bereiten.
Bitterklee in Branntwein angesetzt gibt den sogenannten „bitteren Geist“, der demselben guten Zwecke dient.
Bockshornklee (Trigonella foenum graecum)