Ich kenne einen hochbejahrten Greis, welcher in jüngeren Jahren viel an Gries und Stein gelitten hat und sich oftmals nicht zu raten und zu helfen wußte. Man riet ihm diesen Tee, und er gewöhnte sich mit solcher Vorliebe daran, daß abends beim Schlafengehen die seit Jahren übliche Tasse nie fehlen darf; sie ist ihm lieber als ein Glas des besten Weines. „Das sind meine Spirituosen,“ sagt er, „das ist das Öl, welches die bald ausgelaufene Maschine des alten Körpers täglich von neuem zum Gange ölt.“
Die Hagebutten werden ausgekernt, die Hülsen getrocknet und daraus der Tee bereitet.
Harz- oder Weihrauchkörner.
Wie die Kerze träufelt, so träufelt es manchmal aus der Rinde der Tanne oder der Fichte. Ein jeder, der zur Sommers- oder zur Herbstzeit in den Wald geht, kann dieses Träufeln gewahren. Wie hängengebliebene Tränen sehen diese Harzperlen aus, weiß wie Wachs, klar wie Honig, frisch wie Quellwasser.
Das Harz ist das Blut der Tanne, der Fichte, und wenn ein solcher lebenskräftiger Baum ins Fleisch hinein verletzt wird, so blutet er oft ganz gewaltig.
Dieses Harz, das so zäh klebt und dem Ansehen nach edle, kernige Stoffe enthält, muß gewiß eine besondere Kraft haben.
5–6 solcher erbsengroßen Harzkügelchen oder Harztränen, längere Zeit hindurch täglich eingenommen und geschluckt, kräftigen die Brust und wirken merkwürdig stärkend auf die inneren Gefäße.
Ich kannte einen sehr schwächlichen Priester, der täglich ein größeres Quantum dieser harzigen Flüssigkeit zu sich nahm. „Diesem Kraftsyrup“, meinte er, „verdanke ich die Erstarkung meiner Brust.“
Diese Harzpillen kann derjenige, dem sie der nahe Wald nicht liefert, durch Weihrauchkörner weißer Sorte ersetzen. Weihrauch ist ja auch nur ein feines Harz. 6–8 solcher Körner, auf längere Zeit täglich genommen, bilden eine gute Brustkur.