Tee von Tausendguldenkraut leitet die Magenwinde aus, verdrängt unbrauchbare und ungesunde Säuren, unterstützt und verbessert die Magensäfte, wirkt vorteilhaft auf Nieren und Leber. Er ist das beste Mittel gegen Sodbrennen oder, wie die Landleute sagen, gegen den Magensod.
Wer an Störungen im Blut, besonders an Blutmangel, Blutwallungen usw. leidet, suche Rat und Hilfe beim Tausendguldenkraut.
Der Name lautet auf eine hohe Summe; die Hilfe spendet das Kräutchen einem jeden umsonst.
Veilchen. (Viola odorata L.)
Dieses liebliche, wohlduftende Frühlingsblümchen soll mit seinem Heildufte auch unsere Hausapotheke erfüllen.
Wenn zur beginnenden Frühlingszeit infolge des oftmaligen Witterungswechsels die Kinder starken Husten oder Keuchhusten bekommen, koche die besorgte Mutter eine Handvoll grüner oder gedörrter Veilchenblätter (auch die Wurzeln des Blümchens können benützt, müssen aber vor dem Absieden zerquetscht werden) in einem Viertelliter siedenden Wasser ab und gebe dem Kinde nach je zwei bis drei Stunden jedesmal zwei bis drei Löffel solchen Tees. Erwachsende heilen den alten Keuchhusten, wenn sie den Tee dreimal im Tage (je eine Tasse) nehmen.
Schwindsüchtigen lindert er ebenfalls den Husten und unterstützt die Schleimauflösung. Er dient wie eine Medizin, soll auch so genommen werden, d. i. alle zwei bis drei Stunden drei bis fünf Eßlöffel.
Der Tee dient ferner bei Kopfweh und großer Hitze im Kopf. Man befeuchte zugleich einen Lappen mit Veilchenblättertee und binde denselben an die Stirne, oder, noch besser, man wasche den Kopf, besonders den Hinterkopf mit solchem Absud. Ich kenne Fälle, in denen bald Ruhe und Schlaf eintraten.
Bei geschwollenem Halse ist dieser Tee ein probates Gurgelwasser; man tauche zugleich den anzuwendenden Halswickel statt in gewöhnliches Wasser in den Absud.
Wer an Atemnot leidet, die indessen mehr eine Folge ist von in Magen und Gedärmen angesammelten Gasen und ungesunden Stoffen, mache eine kleine Veilchenteekur, d. i. er trinke während einiger Zeit täglich zwei größere oder drei kleinere Tassen unseres Tees.