Könnte der entsetzlich geplagte und sündhaft überanstrengte (weil überfüllte) Magen einen Laut von sich geben, er würde aufschreien und um Hilfe rufen gegen derlei unvernünftige und frevle Uebeltäter. So aber muß er alles selbst „verschlucken“ und dabei freilich nicht verdorben, sondern elendig zugrunde gerichtet werden.

Fürs erste also bin ich für eine vernünftige Lebensweise, für menschenwürdige Behandlung des Arbeiters, der für alle weitere Arbeit die unentbehrlichen Fundamente legt. So allein wird und kann dieser treue und fleißige Arbeiter selbst, der Magen, gesund bleiben.

Sollte unversehens — das kann ja passieren — auch ihm ein Unfall geschehen, so bin ich durchaus gegen alles drastische (zu starke) Laxieren und verwerfe alle heftig wirkenden Laxiermittel, sie mögen heißen, wie sie wollen.

Unter Laxieren versteht man doch wohl nichts anderes, als unbeschadet der Gesundheit und Körperkraft reichlicheren, ergiebigeren Stuhlgang hervorzubringen suchen. Dieses aber kann in ganz anderer, in so einfacher und unschädlicher Weise geschehen, daß die verwendeten unschuldigen Pflanzenmittel den Magen nicht gleichsam als Feind angreifen, sondern als treue Freunde mit dem Freund Arm in Arm gehen, ihn heben und stützen, zur selbsteigenen Tätigkeit, zur eigenen Kraft, zu den eigenen Mitteln (Magensäften) ihm lediglich ihre Hilfe und Hilfsmittel anbieten und leihen.

Recht lange Zeit habe ich unter den verschiedensten Pflanzen diejenigen herausgesucht, die bei der trefflichsten Sonder- oder Einzelwirkung doch nur viribus unitis, mit vereinten Kräften, dem Magen wirksam helfen, d. h. die zur selben Zeit, zu welcher sie ihn durch gründliche Auflösung und Ausleitung alles verdorbenen Inhaltes schwächen müssen, ihn zugleich so stärken, daß er nicht nur keine Stunde die Arbeit einstellt, sondern nicht einmal mit Brummen und Murren arbeitet.

Die Mittelchen und deren Mischung denke ich gefunden zu haben. Die beiden Tee-Arten sollen kein Geheimnis sein. Ich wünsche, daß im Gegenteile recht viele zu ihrem Nutzen sie gebrauchen und zur Linderung der Leiden anderer sie bereiten.

Das Kindlein wurde wiederum von fremder Seite, nicht von mir getauft. Ein Herr, dem dieser Tee die Magenuhr wieder aufzog und regulierte, benannte ihn „Wühlhuber“. Ich hatte an diesem Namen nichts auszusetzen und zu ändern. Seitdem hat er vielen Hunderten wacker beigestanden, und er könnte manches erzählen; denn in großen Quantitäten ist er zu wiederholten Malen gewandert bis in die Schweiz, bis nach Ungarn.

Die zwei Rezepte für den Wühlhuber sind folgende:

Man nehme zwei Eßlöffel gemahlenen Fenchel, zwei Eßlöffel zerquetschte Wacholderbeeren, einen Eßlöffel Foenum graecum, einen Eßlöffel Aloëpulver. Das Ganze werde gut gemischt und in einer Schachtel an trockenem Orte aufbewahrt. Das Mittel wirkt erst nach 12 bis 30 Stunden. Man nimmt den Tee, d. i. eine kleine Tasse desselben, gewöhnlich abends vor dem Schlafengehen. Zur Tasse genügt ein Kaffeelöffel der Mischung, welche während einer Viertelstunde gesotten, dann abgegossen und kalt oder warm, mit oder ohne Zucker getrunken wird.