Um den Körper in Gesundheit zu erhalten, reicht aus, in der Woche drei Halbbäder zu nehmen.

Magenkrampf.

Herr N. hat sich öfters erkältet und dadurch Leibschmerzen bekommen; er mußte infolge Anhäufung von Gasen sich oftmals erbrechen. War viel Luft abgegangen, und hatte er sich stark erbrechen können, fühlte er sich wieder wohl und hatte besten Appetit. Das Übel steigerte sich aber mit der Länge der Zeit und begann ziemlich schnell nach jeder Mahlzeit derart heftig, daß er vor Schmerz zuweilen aufschreien mußte. Dabei waren Hände und Füße eiskalt und der ganze Körper in leichtem Frost.

Der Magen ist in solchen Fällen gewöhnlich ganz schuldlos, und der heftige Druck der Luft auf denselben verursacht Brechreiz und Erbrechen. Letzteres selbst lindert das Übel nur auf kurze Zeit. Völlig beseitigt wird es nur dann, wenn im ganzen Körper gleiche Wärme und gleiche Transpiration wie auch Zirkulation des Blutes hergestellt ist. Dies wurde dadurch erreicht, daß der Kranke am ersten Tag dreimal mit ganz warmem Wasser und Essig im Bett gewaschen und, ohne abgetrocknet zu werden, gut zugedeckt wurde. Am zweiten Tage geschah dies nur zweimal und von da ab täglich nur einmal. Dies Verfahren genügt, so oft man durch Erkältung sich Fieber, verbunden mit Aufstoßen der Luft und Erbrechen, zugezogen hat.

Magenleiden.

Armer Magen, was sollst du nicht alles verschuldet haben! Neben dem Herzen und den Nerven bist du wohl der Hauptsündenbock! Frage hundert Menschen, ob sie nicht magenleidend seien! Ganz wenige antworten mit einem entschiedenen Nein. Und doch ist in den allermeisten Fällen der Magen so unschuldig wie ein neugeborenes Kind und so gesund wie ein spielender, heiterer Knabe. Beispiele mögen meine Behauptung erhärten.

Amalie hat ein ganzes Jahr hindurch das meiste, was sie genossen, erbrechen müssen. Nichts konnte sie bei sich behalten als täglich 3–4 Löffel lauwarmer Milch. Sie befragte mehrere berühmte Ärzte. Der Apotheker erklärte zuletzt, er habe in seiner ganzen Apotheke kein Mittel mehr, welches nicht schon versucht und angewendet worden sei.

Man brachte die Kranke, ohne anzufragen, auf einem Wagen vor meine Wohnung. Fortschicken konnte ich die armen Leute doch nicht. Die Arme war sehr abgemagert, die Züge eingefallen, die Stimme gebrochen, — ein Jammerbild. Husten indessen (das war mir das wichtigste) war nicht vorhanden, nur ein fatales Magenleiden; ich sollte ihr doch, meinten die Leute, etwas geben für den Magen. Sofort erklärte ich, sie sollen ruhig sein und nicht so über den Magen herfallen und schimpfen, da fehle es ganz anderswo; zu den gesündesten Teilen an und in dieser Person gehöre der Magen. Die einen ärgerten sich, die anderen lachten; die Kranke selbst stutzte zweifelnd, ob ich auch recht bei Sinnen sei. Soweit hergefahren, mochte sie denken, unter solchen Schmerzen, und jetzt diese mitleidslose und harte Aussage eines Geistlichen! Mir war das alles eins.

Was brachte mich zu solchem Urteile?

Die Person hustete nicht, aber es stieß ihr die Luft (die Gase) beim Munde heraus. Der Magen und der Unterleib waren mit Gasen bis aufs äußerste, bis zum Übermaß gefüllt. In solcher Umgebung kann es niemand mehr aushalten, selbst nicht der sonst so geduldige Magen; er muß seine geregelte Tätigkeit ganz oder zum größten Teile einstellen. Das Übel vergrößerte sich dadurch, daß die Haut ganz trocken und jede Transpiration gehemmt war.