Man steigt einmal in die mit Warmwasser so hoch angefüllte Badewanne ([a]), daß das Wasser den ganzen Körper überspült, kein Teil bloß, d. i. über Wasser, liegt. In dem Bade verweilt man 25–30 Minuten, dann geht man rasch in eine danebenstehende Wanne ([b]), die kaltes Wasser enthält, und taucht bis an den Kopf, nicht mit dem Kopfe, unter, oder in Ermangelung dieser zweiten Badewanne wäscht man den ganzen Körper möglichst rasch kalt ab. In einer Minute muß das kalte Bad, die kalte Waschung fertig sein. Schnell, ohne abzutrocknen, wirft man sich in die Kleider und macht bis zur völligen Trocknung und Erwärmung Bewegung (mindestens eine halbe Stunde) im Zimmer oder im Freien. Landleute können ruhig und sofort wieder zur Arbeit zurückkehren. Das Badewasser hat bei diesem ersten Bade eine Temperatur von 26–28°, bei älteren Personen von 28–30° R. Ich rate, mit einem Thermometer, das man leicht bekommt, mit Vorsicht und genau zu messen. Es genügt nicht, das Quecksilberröhrchen hineinzustecken ins Warme und sofort wieder herauszuziehen, dasselbe muß einige Zeit im Wasser belassen werden. Erst das Ruhigstehen des flüssigen Silbers gibt an, daß gut und lange genug gemessen sei. Wer immer das Bad bereiten mag, nehme es mit der Bereitung und der damit verbundenen Verantwortung ernst. Gleichgültigkeit und Schlendrian sind nirgends weniger am Platze als bei derart wichtigen Diensten der Nächstenliebe.

Fig. 5.

Die zweite Art, dieses Bad zu nehmen, ist folgende:

Die Badewanne wird gefüllt wie das erstemal, das Badewasser aber hat die höhere Temperatur von 30–35° R. Über die Zahl 35 sollen bei dieser Art Bäder die Wärmegrade nie steigen (wann, in welchen Fällen sie zur Anwendung kommen soll, muß stets extra gesagt sein), unter die Zahl 28 nie fallen; durchschnittlich rate und bereite ich sie selbst mit 31–33° R.

Bei diesem Bade geht man nicht einmal, sondern dreimal ins Warme, nicht einmal, sondern dreimal ins Kalte. Es ist dieses Bad das sogenannte warme Vollbad mit dreimaligem Wechsel. Das ganze Bad dauert akkurat 33 Minuten; die verschiedenen Wechsel verteilen sich auf diese Zeit also (man lege die Uhr auf ein Stühlchen neben die Wanne und zähle gut):

10

Minuten in das Warme,

1

Minute in das Kalte,