wird also bereitet: Man nimmt Fichtennadeln, je frischer, desto besser, klein zerhackte Ästchen (Reiser), selbst recht harzige, gleichfalls zerschnittene Tannenzapfen und siedet die ganze Masse, bunt durcheinander geworfen, eine halbe Stunde in heißem Wasser. Mit dem Absude verfährt man wie oben. Auch dieses Bad hat günstigen Einfluß auf Nieren- und Blasenleiden; doch schwächeren als das Haberstrohbad. Seine Hauptwirkung betrifft die Haut, welche es zur Tätigkeit spornt, und die inneren Gefäße, welche es stärkt. Dieses wohlduftende und stärkende Fichtennadelbad ist so recht das obenerwähnte Bad der älteren Leute.
dd) Gemischte Bäder
nenne ich jene, bei denen, wenn gerade das notwendige Quantum irgend einer dieser Heilpflanzen abgeht, die Absude von mehreren zusammengegeben werden in ein Bad. Am häufigsten habe ich so gemischt die Absude von Heublumen und Haberstroh, indem schon die Pflanzen zusammen gekocht wurden. Das Haberstrohbad wird auf diese Weise auch wohlriechender.
Bäder wären schon gut, sagt mir einer, das weiß ich; aber die Sache kommt zu teuer und ist viel zu umständlich.
Mit Recht könnte mir derjenige meiner Leser diesen Einwand erheben, welchen ich nach Reichenhall, nach Karlsbad oder sonst einem Bade schicken, oder welchem ich etwa verordnen wollte, er solle die kleinen, schwarzen, sorgfältig verpfropften, teueren Fichtennadelextrakt-Fläschchen kaufen und in jedes Bad die Hälfte oder ein Dritteil des Inhaltes gießen.
So aber hat niemand auch nur den geringsten Grund zur Klage, zur Entschuldigung zu einem Einwande. Der Ärmste selbst kann sämtliche Bäder mit Leichtigkeit bereiten und er hat in jedem Falle den reinsten Extrakt, wie er ihn echter und unverfälschter an keinem Orte bekommen kann.
Gerade für ärmere und unbemittelte Leute habe ich solche Bäder lange Zeit gesucht, damit auch sie der Wohltat des Bades, das auf die Gesundheit vielfach so großen Einfluß übt, nicht ganz verlustig gehen müssen.
Der Reisen bedarf es dazu nicht, höchstens eines Ganges auf den Heu- oder Stroh-Speicher oder in den nahen Wald. Kosten tun die Bäder auch nur ein paar Schritte oder ein gutes Wort. Heublumen und ein Büschel Haberstroh schenkt jeder Bauer jedem Armen; keine Tanne versagt ihm ihre Zapfen und ihr grünes Reisig. Eine hölzerne Stande (Zuber, Schaff) hat doch ein jeder unter dem Hausrate; im Notfalle borgt sie der Nachbar gerne.
Dieses genüge bezüglich des Kostenpunktes.
Was die Mühe, die Umständlichkeit abgeht, so stelle ich einzig die Frage: Ist es für dich, für deine Angehörigen weniger umständlich, wenn du wochenlang aufs Krankenlager geworfen wirst, oder wenn der verwahrloste, über Gebühr geschwächte und nie erfrischte, niemals neu aufgerichtete Körper langsam dahinsiecht?