Bei Nieren- und Steinleiden wende ich Dämpfe an von Haberstrohabsud;

bei krampfhaften oder rheumatischen Zuständen des Unterleibes, bei Blasengeschwüren, bei beginnender Wassersucht solche von Heublumenabsud.

Wie die Dämpfe mit Anwendung von Kaltwasser wechseln, lese man nach im dritten Teile bei den einzelnen Krankheiten.

Die auffallendsten und erstaunlichsten Erfolge habe ich erzielt mit Dämpfen von Zinnkrautabsud in all’ den höchst peinlichen Fällen, in welchen das Urinieren (Wassermachen) unmöglich wurde und infolgedessen die entsetzlichsten, wahnsinnigsten Schmerzen den armen Patienten quälten und fast zur Verzweiflung brachten. Die meist durch Erkältung und Entzündung entstandenen krampfhaften Zustände der Blase wurden durch den heißen Zinnkrautdampf in verhältnismäßig kurzer Zeit gehoben, und das Organ tat wie früher seine reinigenden Dienste.

4. Besondere Dämpfe auf einzelne kranke Stellen.

Im Wechsel mit anderen Wasseranwendungen dienen in vielen Fällen die Dämpfe sehr gut bei Leiden an den Augen, in den Ohren, im Mund, an den Fingern, an der Hand, am Arme, an den Zehen, am Fuß usw. Einige Beispiele mögen dieses klar machen.

Ein giftiges Insekt sticht in die Hand, in den Arm, das Glied schwillt an und schmerzt heftig, die Entzündung droht um sich zu greifen usw. Im Vereine mit Hand- und Armwickeln werden Dämpfe auf die leidende Stelle bald Linderung der Schmerzen und Hilfe bringen. Zu dem Zwecke hält man die Hand oder den Arm über ein Gefäß, welches das strudelnde, dampfende Wasser enthält.

Wegen irgend einer durch Giftstoffe verunreinigten Wunde droht Blutvergiftung; es ist Gefahr im Verzuge. Rasch soll ein auflösender und ausleitender Hand- oder Fußdampf bereitet werden.

Es wird jemand von einem wutverdächtigen Hunde gebissen. Bevor ein Arzt und andere Hilfe zur Hand sind, kann rascher durch Dampf dem Gefährdeten wenigstens vorläufige Hilfe gebracht werden.

Heftige Krämpfe quälen ganz bestimmte Stellen an Händen und Füßen. Man säume nicht, sie bedampfen zu lassen.