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Ich kannte eine Dienstmagd, die den Fuß übertreten und verstaucht hatte. Man hielt es für eine Kleinigkeit. Sie hat auch noch einige Tage gearbeitet. Die Fußknochen und Gelenke entzündeten sich. Der Knochen wurde angefressen, – der Fuß wurde abgenommen, aber an einer anderen Stelle begann der Beinfraß aufs Neue, und das Mädchen mußte endlich nach vielen Leiden sterben. Kommt man früh genug zu Hülfe, so ist der Beinfraß leicht zu heilen. Härter geht es, wenn das Blut schon länger verdorben ist und schlechtes Blut sich gebildet hat; dann ist das Blut unverbesserlich und der Beinfraß unheilbar.
Mir wurde ein Mädchen gebracht, das vom Knie bis zum Knöchel an einem Fuß vier Löcher hatte, und zwar schon seit zwei Jahren. Aus jeder Öffnung sind schon Knochensplitter gekommen. Das Kind hat viele Mittel angewendet, aber vergebens.
Wie kann hier geholfen werden? Allererst muß für gesunde, leicht verdauliche Nahrung gesorgt werden, damit das Blut verbessert wird.
1) Täglich sechs bis acht Wachholderbeeren wirken günstig auf den Magen.
2) Täglich dreimal eine kleine Tasse Thee von Spitzwegerich, Salbei und Wermuth; sie reinigen das Blut und dienen zur Verdauung.
3) Den einen Tag den Körper ganz waschen bewirkt eine bessere Naturwärme und stärkt. Noch wirksamer ist die Einwirkung, wenn
4) täglich ein Oberguß und Knieguß, oder ein Halbbad genommen wird.
Was die schadhaften Stellen betrifft, so wirkt ganz besonders günstig das Zinnkraut durch Überschläge und Aufschläge von angebrühtem oder gekochtem Zinnkraut selbst.
Es ist auffallend, wie schnell sich auf diese Anwendungen die Gesichtsfarbe änderte, guter Appetit kam und die Wunden anfingen zu heilen. In vier Wochen war der bezeichnete Beinfraß vollständig geheilt.