10.
Ein Priester, 56 Jahre alt, klagt über starken Blutandrang gegen den Kopf; er merke recht gut, wie das Blut aufwärts dringe, einen starken Druck auf das Gehirn übe und zeitweilig Schwindel verursache. Die Geisteskräfte nehmen immer mehr ab, besonders das Gedächtniß, und das ganze Gemüth habe sehr gelitten. Wenn er auch die Füße noch so warm zu halten sich bemühe, so seien sie doch regelmäßig kalt. Der Schlaf sei gut, aber er stärke nicht.
Hier ist sicher der Andrang des Blutes nicht der Beweis, daß Blutreichthum vorhanden, der Puls deutet vielmehr auf Blutarmuth, ebenso die kalten Füße. Bemerkt muß noch werden, daß die Füße auffallend dünn waren im Vergleich zum ganzen Körper. Um einem Schlaganfall vorzubeugen, war es nothwendig, folgende Anwendungen vorzunehmen:
1) Das Wassergehen, täglich drei bis fünf Minuten, leitete das Blut abwärts und vermehrte die Blutwärme.
2) Ein täglicher Oberguß erfrischte, belebte und kräftigte den Oberkörper.
3) Täglich ein Sitzbad leitete wieder das Blut abwärts.
4) Jeden zweiten Tag ein Rückenguß stärkte den ganzen Körper.
Nach innen: Täglich eine Tasse Thee von Schafgarbe, Johanniskraut und Wachholderbeeren bewirkte gute Verdauung und Ausscheidung verdorbener Stoffe.
Nach 14 Tagen begann die zweite Kur: