Als er erwachte, sah er weder die Lichtflamme noch die Kerze. Er suchte im Stroh danach, aber fand sie nirgends.

„Jemand wird sie mir weggenommen und ausgelöscht haben,“ sagte er. Und er versuchte zu glauben, daß er sich freue, weil alles aus war und er ein unmögliches Vorhaben nicht zu verfolgen brauchte.

Aber während er so dachte, empfand er zugleich eine innere Leere und Trauer. Es war ihm, als hätte er sich das Gelingen eines Vorsatzes nie sehnlicher gewünscht als eben diesmal.

Er führte das Pferd aus dem Stande, striegelte es und legte den Sattel auf.

Als er fertig war, kam der Wirt, dem die Karawanserei gehörte, mit einem brennenden Lichte auf ihn zu. Er sagte auf fränkisch: „Ich mußte dir gestern dein Licht nehmen, als du einschliefst, aber hier hast du es wieder.“

Raniero ließ sich nichts anmerken, sondern sagte ganz gelassen: „Es war klug von dir, daß du es ausgelöscht hast.“

„Ich habe es nicht ausgelöscht,“ sagte der Mann. „Ich sah, daß du es brennen hattest, als du kamst, und ich glaubte, es sei von Gewicht für dich, daß es weiter brenne. Wenn du siehst, um wie viel es sich verringert hat, wirst du begreifen, daß es die ganze Nacht gebrannt hat.“

Raniero strahlte vor Freude. Er rühmte den Wirt sehr und ritt in bester Laune weiter.

IV