„Warum verwehrst du uns, ins Feld hinaus an unsre Arbeit zu gehen?“ fragte der Mann.
„Du kannst gleich gehen,“ sagte der Soldat, „ich muß vorher nur sehen, was dein Weib unter dem Kleide verborgen hält?“
„Was ist daran zu sehen?“ sagte der Mann. „Es ist nur Brot und Wein, wovon wir den Tag über leben müssen.“
„Du sprichst vielleicht die Wahrheit,“ sagte der Soldat, „aber wenn es so ist, warum läßt sie mich nicht gutwillig sehen, was sie trägt?“
„Ich will nicht, daß du es siehst,“ sagte der Mann. „Und ich rate dir, daß du uns vorbei läßt.“
Damit erhob der Mann die Axt, aber die Frau legte die Hand auf seinen Arm.
„Lasse dich nicht in Streit ein!“ bat sie. „Ich will etwas andres versuchen. Ich will ihn sehen lassen, was ich trage, und ich bin gewiß, daß er ihm nichts zuleide tun kann.“
Und mit einem stolzen und vertrauenden Lächeln wendete sie sich dem Soldaten zu und lüftete einen Zipfel ihres Kleides.
In demselben Augenblick prallte der Soldat zurück und schloß die Augen, wie von einem starken Glanze geblendet. Was die Frau unter ihrem Kleide verborgen hielt, strahlte ihm so blendendweiß entgegen, daß er zuerst gar nicht wußte, was er sah.