Aber die ganze Zeit hörte die Mutter nicht auf zu weinen, und das Kind fragte sie: „Warum weinest du? Ich kam ja zu dir, wie ich nur deine Stimme hörte.“
„Wie sollte ich nicht weinen?“ sagte die Mutter. „Ich glaubte, du seist für mich verloren.“
Sie gingen aus der Stadt, und die Dunkelheit brach an, und noch immer weinte die Mutter.
„Warum weinst du?“ sagte das Kind. „Ich wußte nichts davon, daß der Tag verstrichen war. Ich glaubte, es sei noch Morgen, und ich kam zu dir, wie ich nur deine Stimme hörte.“
„Wie sollte ich nicht weinen?“ sagte die Mutter. „Ich habe dich den ganzen Tag gesucht. Ich glaubte, du seist für mich verloren.“
Sie wanderten die ganze Nacht, und immer weinte die Mutter.
Da der Morgen zu grauen begann, sagte das Kind: „Warum weinst du? Ich habe nicht nach eignem Ruhm getrachtet, aber Gott hat mich das Wunder vollbringen lassen, weil er diesen drei armen Menschen helfen wollte. Und wie ich nur deine Stimme hörte, kam ich wieder zu dir.“
„Mein Sohn,“ antwortete die Mutter, „ich weine, weil du gleichwohl für mich verloren bist. Du wirst mir nie mehr angehören. Von Stund an wird deines Daseins Streben Gerechtigkeit sein, und deine Sehnsucht das Paradies, und deine Liebe wird alle die armen Menschen umfassen, die die Erde erfüllen.“