Geheftet 4 Mark, gebunden in Leinen 5,50 Mark, in Leder 7 Mark

Hermann Hesse in der »Neuen Züricher Zeitung«: Alle, die schon ein Lagerlöfsches Buch gelesen haben, werden in eigenem Antrieb jedes neue Werk der Dichterin auffinden und lesen. Ihre früheren Schöpfungen, obenan der herrliche »Gösta Berling«, sind Ereignisse gewesen, und jede von ihnen bedeutete eine Bereicherung der Weltliteratur. Damit möchte ich freilich nicht gesagt haben, der Wert dieser Dichtungen sei ein ausschließlich oder auch nur vorwiegend »literarischer«. An guter Literatur in diesem Sinn leiden wir ja keinen Mangel. Aber die Werke der Schwedin sind so voll von rein menschlichem Wert, so voll Wärme, Tiefe, Herzlichkeit und lauterem Gefühl, daß man beim Lesen, wenigstens beim erstmaligen Lesen, gar nicht daran denkt, ihren literarischen Qualitäten die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Erst nachträglich merkt man dann, wieviel erstaunliche Kunst dahinter steckt. So ist es ja bei allen echten Dichterwerken – man verliert sich an sie wie an eine Naturgewalt ... Und erst viel später, beim zweiten und dritten Wiederlesen, freut sich der ruhiger gewordene Sinn auch am Entdecken des Künstlerischen, am Einzelnen wie an der Organisation des Ganzen, und geht mit immer neuen Freuden den unzähligen großen und kleinen Schönheiten nach.

Berliner Tageblatt: »Gösta Berling« gehört der Weltliteratur an. Die ganze düster-wilde Kraft der nordischen Mythologie offenbart sich hier. Auch dies ist ein Buch, in dem Wunder genug geschehen; aber wenn die Dichterin uns hier einmal treuherzig anspricht: »Ihr Kinder später Zeiten! Ich verlange ja nicht, daß jemand diese alten Geschichten glauben soll,« so kann man ihr ehrlich entgegenhalten, daß sie diese alten Geschichten vermöge ihrer Kunst, die hier auf ihrer Höhe steht, glaubhaft dargestellt hat. Man glaubt ihr diesen Gösta Berling, diesen prächtigen Don Juan, den Haupthelden des Kavalierhauses mit den zwölf sonderbaren Insassen, der zum Leben verurteilt ist und Anderer Leben vernichtet ... Mit virtuoser Selbstverständlichkeit verwebt sie Alltägliches mit Märchenhaftem ...

Selma Lagerlöf

Jerusalem

Roman Zwei Bände

I. In Dalarne 15. Auflage
Geheftet 3,50 Mark, in Leinen gebunden 5 Mark

II. Im heiligen Lande 14. Auflage
Geheftet 4 Mark, in Leinen gebunden 5,50 Mark

Neue Züricher Zeitung: Wenn ich Selma Lagerlöf lese, habe ich das Gefühl, das mich als Kind bei den Märchen überkam, die seltsame Spannung: Was wird wohl Wunderbares noch geschehen? Diese Spannung empfinde ich bei jeder ihrer kleinen Erzählungen, bei jedem Kapitel ihrer größeren Werke. Sie beginnt ganz schlicht und einfach, als ob sie das Alltäglichste erzählen wollte. Gleichgültig läßt man sich mitnehmen, aber bald horcht man auf und wird gespannt und lauscht, – und mir ist es dann immer, als ob ich jetzt etwas erfahren sollte, wonach ich schon lange gesucht: die Lösung eines ewigen Rätsels, ein Großes, Tiefes, Geheimnisvolles. Hinter jeder ihrer Erzählungen steht ein Teil dieses ewig Großen, allgemein Gültigen, ein Stück tiefste Welterkenntnis, eine Offenbarung. In letzter Linie wohl eine Offenbarung ihres eigenen wunderbaren Wesens, ihrer Persönlichkeit, die von einem geradezu mythischem Reichtum ist. – In der Heimat wurzelt die Kunst der Dichterin, aber sie ist merkwürdig vielseitig und reich. Eine große Sehnsucht treibt sie aus dem Norden nach dem Süden ... Oskar Levertin meint, noch nie sei der Süden in so verliebtem Sonnenlicht gesehen, so bezaubernd, mit einer solchen Stimmung von Paradiesesfrühling geschildert worden.

Hamburger Fremdenblatt: Wer zum ersten Male in ein Buch von Selma Lagerlöf hineinblickt, fühlt sich von einem tiefen Staunen erfaßt, das bald in Bewunderung übergeht. Schon auf der ersten Seite des Buches tritt dem Leser jener große Zug entgegen, der alle Werke von Bedeutung charakterisiert und den man trotzdem sehr schwer definieren kann. Die hohe Einfachheit und Schönheit des Stils, die von verhaltener Kraft getragene Ruhe der Schilderung und der weite, freie Blick, alles dies erinnert an die besten Werke der Weltliteratur. Alle Lichtseiten des Buches werden aber übertroffen von der Kunst und Tiefe der Menschenzeichnung.