Ich strecke die Hände mit den Handflächen nach oben aus. Der Wahrsager betrachtet sie, macht einen Schritt zurück und erhebt die Arme zum Himmel. Die Worte stürzen über seine Lippen. Er ist offenbar erregt.

»Was gibt es? Was sagt er?« frage ich den Dragoman.

»Er sagt, daß die Lady an einen Weg denkt, der vor ihr liegt,« antwortet dieser, »und er versichert, daß die Lady eine gute Reise haben wird. Er sagt weiter, daß diese Lady Sultan Ibrahim il Kalils und Sultan Solimans Zeichen auf ihren Händen hat. Er sagt, daß dieser Lady alles gelingen wird. Diese Lady hat einen sehr starken Stern.«

Ich bitte den Dragoman, ihm zu versichern, daß ich sehr erfreut über seine Antwort sei, und ich frage nicht weiter, sondern bezahle ihm seinen Frank. Nun ich erfahren habe, daß ich Abrahams und Salomos Zeichen in meinen Händen trage, muß ich ja wohl zufrieden sein.

Während ich in mein Zimmer zurückkehre, denke ich an Tante Wennervik und frage mich, was sie dazu sagen würde.

In demselben Augenblick ist es mir, als wenn eine harte und klare Stimme mir im traulichsten Värmländisch ins Ohr sagte:

»Das mußt du doch wissen, Kind, daß sich diese Orientalen, auch wenn sie in Fetzen gehen und häßlich wie die Affen sind, doch besser darauf verstehen, zu schmeicheln und schöne Dinge zu sagen als wir andern, namentlich wenn es sich darum handelt, ein paar Groschen zu verdienen. Aber auf meine Prophezeiung kannst du dich verlassen. Die ist nicht bezahlt. Reisen wirst du machen, Arbeit wirst du haben, und Bücher schreiben wirst du, und so richtig gesund wirst du nie. Und so wird dein Leben hingehen.«

»Ja, das ist wahr,« antworte ich, »aber du verstehst den Sinn seiner Worte nicht. Er will nur sagen, daß, wem sich in reifen Jahren seine Kindheitsträume erfüllen, das Glück der alten Weisen besitzt und von einem guten Stern geleitet wird.«