Das Kind wandte sich um und sah ihn an. Es war ungefähr zwölf Jahre alt, klein, mit spähenden, scharfen Augen und einem zusammengekniffenen Mund.
»Gott gebe, daß das Pferd kleiner und die Last größer wäre, dann hielte sie wohl länger vor«, erwiderte das Mädchen.
»Ist es vielleicht dein eigenes Futter, was du da schleppst?«
»Ja, Gott sei’s geklagt. Ich muß mir meine Nahrung selber verschaffen, so klein ich bin.«
Der Bettler schob von hinten an dem Schlitten. Das Mädchen wandte sich um und sah ihn an.
»Du brauchst nicht zu glauben, daß du etwas dafür bekommst«, sagte sie.
Der Bettler lachte laut auf. »Du bist wohl die Tochter des Pfarrers von Broby,« sagte er, »das kann man merken.«
»Freilich bin ichs. Einen ärmeren Vater hat manch ein Kind – einen schlechteren Vater hat keins. Es ist die reine Wahrheit, wenngleich es auch eine Schande ist, daß sein eigen Kind es sagen muß.«
»Er ist wohl geizig und böse obendrein, dein Vater?«
»Geizig ist er und böse obendrein, aber seine Tochter wird, wenn sie am Leben bleibt, noch schlimmer als er, das sagen alle Leute.«