»Ich kann es ja versuchen.«

»Gott gnade dir, wenn du nicht kommst!« rief das Mädchen und lief dann, so schnell es konnte, um vor dem Vater nach Hause zu kommen.

Der Bettler wandte den Schlitten schweren Herzens und schob ihn nach dem Krug hinab. Der Ärmste hatte seinen Traum gehabt, während er dort auf nackten Füßen durch den Schnee watete. Er hatte von den großen

Wäldern nördlich vom Löfsee – von den großen finnischen Wäldern geträumt.

Hier unten in der Broer Gemeinde, wo er jetzt an dem schmalen Sund entlang wanderte, der den oberen und den unteren Teil des Sees miteinander verband, in diesen reichen, fröhlichen Gegenden, wo ein Schloß neben dem andern, ein Eisenwerk neben dem andern liegt, hier war ihm der Weg zu schwer, jedes Zimmer zu eng, jedes Bett zu hart. Hier empfand er ein schmerzliches Sehnen nach dem Frieden der großen, ewigen Wälder.

Hier hörte er den Dreschflegel auf die Tenne fallen, als solle das Dreschen nie ein Ende haben. Holz- und Kohlenladungen kamen unablässig aus den unerschöpflichen Waldungen herab. Endlose Reihen erzbeladener Wagen zogen in tiefen Spuren, die Hunderte von Vorgängern hinterlassen hatten, die Wege entlang. Hier sah er Schlitten von Gehöft zu Gehöft fahren, und es war ihm, als führe die Freude die Zügel, als stehe Schönheit und Liebe hinten auf den Kufen. Ach, wie sich der arme einsame Wanderer nach dem Frieden der großen Wälder sehnte!

Dort oben, wo die Bäume wie schlanke Säulen aus der ebenen Fläche emporragen, wo der Schnee in schweren Schichten auf den unbeweglichen Zweigen liegt, wo der Wind keine Macht hat, sondern nur ganz leise mit den Nadeln der Wipfel spielen kann, dort wollte er tiefer und tiefer in den Wald hinein wandern, bis ihn die Kräfte eines Tages verlassen würden und er unter den großen Bäumen umsank, um vor Hunger und Kälte zu sterben.

Er sehnte sich nach dem großen, sausenden Grab oberhalb des Löfsees, wo ihn die zerstörenden Mächte übermannen konnten, wo es endlich dem Hunger, der Kälte,

der Ermattung und dem Branntwein gelingen mochte, die Herrschaft über diesen elenden Körper zu gewinnen, der allem zu widerstehen schien.

Er war nach dem Krug hinuntergekommen und wollte dort bis zum Abend warten. Er trat in die Schenkstube und saß in stumpfer Ruhe auf der Bank neben der Tür, von den ewigen Wäldern träumend.