dunklen Schatten über den Rasenplatz, wo die Tauperlen im Mondschein glitzerten. Er kam nicht als fröhlicher Schnitter mit Blumen um den Hut und den Arm um die Taille eines jungen Mädchens geschlungen. Er ging gebeugt und sah abgezehrt aus und hielt die Sense in den Falten des Mantels verborgen, während Eulen und Fledermäuse ihn umflatterten.
In jener Nacht hörte Frau Uggla, die wach lag, daß jemand ans Fenster pochte, und sie richtete sich im Bett auf und fragte: »Wer klopft da?«
Und die Alten erzählen, daß der Tod ihr antwortete: »Der Tod klopft.«
Da stand sie auf und öffnete das Fenster und sah Fledermäuse und Eulen im Mondlicht flattern, den Tod aber sah sie nicht.
»Komm«, sagte sie halblaut; »Freund und Befreier, weshalb hast du so lange gezögert? Ich habe gewartet, ich habe gerufen. Komm und erlöse meinen Sohn.«
Da glitt der Tod ins Haus, froh wie ein entthronter König, der in seinem Greisenalter seine Krone zurückerhält, froh wie ein Kind, das zum Spielen gerufen wird.
Am nächsten Tage setzte Frau Uggla sich an das Krankenbett ihres Sohnes und sprach mit ihm über die Seligkeit der befreiten Geister und über ihr herrliches Leben.
»Sie arbeiten«, sagte sie, »sie wirken. Welche Künstler, mein Sohn, welche Künstler! Wenn du zu ihnen hinaufgelangst, so sage mir, was du dann werden willst? Einer der Bildhauer ohne Meißel, die Rosen und Lilien bilden, einer der Meister des Abendrots? Und wenn die Sonne in all ihrer Schönheit untergeht, will ich dasitzen und denken: das ist Ferdinands Werk!
»Mein teurer Sohn, bedenke, wie viel da zu sehen, wie viel da zu tun ist! Denke an alle die Samenkörner, die im Frühling zum Leben erweckt werden sollen, an alle die Stürme, die gelenkt werden, an die Träume, die entsendet werden sollen! Und denke an die langen Reisen durch den Himmelsraum, von Welt zu Welt!
»Denke an mich, mein teurer Junge, wenn du so viel Schönes zu sehen bekommst! Deine arme Mutter bekommt niemals etwas anderes zu sehen als Wermland.