Jetzt darf man nicht vergessen, daß sie, deren weißes Antlitz ihm in der Dämmerung entgegenleuchtete, für ihn stets das Höchste und Reinste war, was er kannte, die schönste Seele, die sich in irdische Gewänder gekleidet hatte. Als er nun wieder den Segen ihrer Nähe empfand, fühlte er das Bedürfnis, sich auf die Knie zu werfen und ihr zu danken, weil sie sich ihm aufs neue offenbarte, aber er war so überwältigt von Bewegung, daß er nichts sagen oder tun konnte.
»Teure Gräfin Elisabeth!« stammelte er nur.
»Guten Abend, Gösta!«
Sie reichte ihm die Hand, die wieder weiß und durchsichtig geworden war. Sie lag schweigend da, während er mit seiner Gemütsbewegung kämpfte.
Des Kindes Mutter wurde nicht von gewaltsam hervorstürmenden Gefühlen erschüttert, als sie Gösta erblickte. Es wunderte sie nur, daß er hauptsächlich an sie zu denken
schien, da er ja doch begreifen konnte, daß es sich jetzt ausschließlich um das Kind handelte, das einen Vater haben mußte.
»Gösta,« sagte sie sanft, »jetzt mußt du mir helfen, wie du mir einst gelobtest. Du weißt, daß mein Mann mich verlassen hat, folglich hat mein Kind keinen Vater mehr.«
»Ja, Frau Gräfin, aber die Sache läßt sich doch ändern. Jetzt, wo ein Kind da ist, kann der Graf sicher gezwungen werden, die Ehe zu legalisieren. Sie können sich darauf verlassen, daß ich Ihnen helfen werde, Frau Gräfin.«
Des Kindes Mutter lächelte. »Glaubst du, daß ich mich Graf Dohna aufdrängen will?«
Das Blut strömte Gösta zu Kopf. Was wollte sie denn nur? Was verlangte sie von ihm?