Sie glaubt, daß sie dem Kinde einen Schaden zugefügt hat, weil sie seinen Vater nicht hat angeben können. Sie hat ein sehr zartes Gewissen, diese junge Frau.«

»Aber ich weiß, daß ich sie unglücklich machen werde,« rief Gösta aus.

»Das mußt du nicht tun, Gösta! Du mußt ein vernünftiger Mann werden, jetzt, wo du für Frau und Kind zu sorgen hast.«

Der Propst wollte nach Svartsjö hinabfahren und mit dem Pfarrer und dem Amtmann reden. Das Ende vom Liede war, daß am nächsten Sonntag Gösta Berling und Elisabeth von Thurn in der Svartsjöer Kirche aufgeboten wurden.

Dann wurde des Kindes Mutter mit der größten Vorsicht nach Ekeby gefahren, und dort wurde das Kind getauft.

Der Propst sprach mit ihr und sagte ihr, daß sie ihren Entschluß noch rückgängig machen könne. Ehe sie sich mit einem Manne wie Gösta Berling verheirate, müsse sie an ihren Vater schreiben.

»Ich kann es nicht bereuen«, sagte sie. »Denkt doch, wenn mein Kind sterben sollte, ehe es einen Vater bekommen hat!«

Als das Aufgebot zum drittenmal verlesen wurde, war des Kindes Mutter schon mehrere Tage wieder ganz frisch und gesund gewesen. Am Nachmittage kam der Propst und traute sie und Gösta Berling. Niemand aber dachte daran, daß dies eine Hochzeit sei. Es waren keine Gäste geladen. Man verschaffte nur dem Kinde einen Vater, das war das Ganze.

Des Kindes Mutter strahlte in stiller Freude, als wenn

sie ein großes Ziel erreicht hätte. Der Bräutigam war betrübt. Er dachte daran, wie sie ihre Zukunft durch die Ehe mit ihm verdarb. Er merkte mit Entsetzen, daß er eigentlich gar nicht für sie existierte. Alle ihre Gedanken waren bei dem Kinde.