Der Schwarm will nicht von dergleichen hören, man heult und droht; die Kavaliere aber nehmen es nicht übel.

»Wartet nur,« sagen sie, »wartet nur einen Augenblick! Seht, Ekeby steht euch offen, die Kellertür ist geöffnet, das Vorratshaus ist offen, die Milchstube steht offen. Eure Frauen sind nahe daran, vor Müdigkeit umzusinken, die Kinder schreien. Erst wollen wir ihnen Speise und Trank schaffen, hinterdrein könnt ihr uns totschlagen. Wir laufen euch nicht weg. Aber wir haben den ganzen Boden voller Äpfel, die wollen wir für eure Kinder holen.«


Eine Stunde später ist das Fest auf Ekeby in vollem Gange; das größte Fest, das je auf dem stolzen Gut stattgefunden hat, wird in der Herbstnacht beim Schein des großen, hellen Vollmonds gefeiert.

Die Holzstapel sind herabgerissen und angezündet; über dem ganzen Hof flammt ein Feuer neben dem andern. Die Leute sitzen in Gruppen da und genießen die Wärme und die Ruhe, während alle Güter der Erde über sie ausgegossen werden.

Tüchtige Männer sind in die Scheunen und Ställe gegangen und haben geholt, was man nötig hatte. Kälber und Schafe sind geschlachtet und im Handumdrehen gebraten. Diese Hunderte von hungrigen Menschen verschlingen

die Speisen. Ein Tier nach dem andern wird herausgeführt und geschlachtet. Es sieht so aus, als sollten alle Ställe über Nacht geleert werden.

Man hatte gerade in den Tagen große Herbstbäckerei auf Ekeby gehalten. Seit die junge Gräfin dort weilte, waren die häuslichen Arbeiten in vollem Gange. Es war, als denke die junge Frau keinen Augenblick daran, daß sie jetzt die Gattin Gösta Berlings sei. Weder er noch sie sprachen ein Wort darüber, dahingegen machte sie sich zur Herrin von Ekeby. Sie suchte, wie jede gute, tüchtige Frau es tut, mit brennendem Eifer der Verschwendung und der Nachlässigkeit abzuhelfen, die auf dem Hofe herrschte. Und man gehorchte ihr. Die Leute empfanden ein gewisses Wohlbehagen, wieder unter einer Hausfrau zu stehen.

Aber was half es jetzt, daß sie den Küchenboden hatte mit Brot anfüllen lassen, daß sie für Butter und Bier gesorgt hatte, daß man den ganzen September hindurch, solange sie dort war, Käse bereitet hatte? Was half das alles jetzt?

Herausgerückt mit allem, was da ist, damit die Leute Ekeby nicht abbrennen und die Kavaliere nicht totschlagen. Her mit Tonnen und Fässern, her mit den Schinken vom Rauchboden, mit den Branntweinfässern, mit den Äpfeln!