Hauptmann Lennart kommt auch an der Stelle vorüber, wo die Kavaliere stehen.
»Ich muß wohl mitgehen und acht geben, daß er gut nach Hause kommt«, sagt Beerencreutz und verläßt seinen Platz am Wegesrande, um mit nach Helgesäter zu gehen, und seinem Beispiel folgen gar manche.
Der Marktplatz wird beinahe leer; alle geben Hauptmann
Lennart das Geleite nach Helgesäter. Man muß ja dafür sorgen, daß er nach Hause kommt. All das Notwendige, das durchaus gekauft werden sollte, muß unterbleiben; die Jahrmarktsgeschenke für die Kleinen daheim werden vergessen, das Gesangbuch wird nicht gekauft, das seidene Tuch, das die Begier des Mädchens erregte, bleibt auf dem Budentisch liegen. Alle müssen mit und sehen, daß Hauptmann Lennart gut nach Hause kommt.
Als der Zug Helgesäter erreicht, ist es dort leer und öde. Wieder donnern die Fäuste des Obersten an der geschlossenen Tür. Alle Dienstboten sind auf dem Markt; die Hausfrau allein ist daheim geblieben und hütet das Haus. Sie öffnet auch heute.
Und wie schon einmal zuvor, so fragt sie auch heute: »Was wollt Ihr?«
Worauf der Oberst, wie schon einmal zuvor, antwortet: »Wir sind hier mit deinem Gatten.«
Sie schaut ihn an, der steif und besonnen dasteht wie immer. Sie schaut die Träger hinter ihm an, die weinen, und die ganze Menschenmenge dahinter. Sie steht dort auf der Treppe und schaut in Hunderte von weinenden Augen, die sie betrübt anstarren. Endlich schaut sie den Mann an, der ausgestreckt auf der Bahre ruht, und sie preßt die Hand gegen das Herz.
»Das ist sein wahres Gesicht!« murmelt sie.
Ohne weiter zu fragen, beugt sie sich nieder, schiebt den Riegel zurück, schlägt die Türen weit auf und geht vor den andern her ins Schlafgemach.