Er erhob seine Augen und Hände und verkündete Frieden über das Land. »In Gottes Namen,« sagte er, »der Unfriede höre auf! Der Friede wohne in euren Herzen und in der ganzen Natur! Möchten die toten Dinge und die Tiere und Pflanzen Ruhe finden und aufhören, Schaden anzurichten.«
Und es war Gösta und ihnen allen, als hörten sie einen Seher reden. Alle wollten einander lieben, alle wollten gut sein. Es war, als sei ein Mann Gottes gekommen, der Macht über alles Erschaffene habe. Ein heiliger Friede senkte sich auf die Erde herab. Es war, als strahlten die Berge, als lächelten die Täler, und die Herbstnebel kleideten sich in Rosenschimmer.
Schließlich bat er um einen Helfer für das Volk. »Es wird einer kommen«, sagte er. »Es ist nicht Gottes Wille, daß ihr jetzt vergehen sollt. Gott wird einen erwecken, der die Hungernden sättigt, der euch auf seine Wege lenkt.«
Da fühlte Gösta, daß der Alte von ihm redete, der sein Leben schon um der Armen willen verkauft hatte. Und viele von denen, die die Kundmachung gehört hatten, gingen heim und erzählten, nun würde sich schon alles
zum Guten wenden, habe doch der tolle Pfarrer auf Ekeby gelobt, ihnen zu helfen.
Gösta aber schlug den Weg in die westlichen Berge ein und verschwand in der Finsternis der tiefen Wälder.
Es war lange vor jenem Jahr, in dem die Kavaliere auf Ekeby herrschten.
Der Hirtenbube und das Hirtenmädchen spielten zusammen im Walde, bauten Häuser aus flachen Steinen, pflückten Beeren und schnitten Holunderflöten. Sie waren beide im Walde geboren, dort war ihr Heim, ihr Reich. Sie lebten in Frieden mit allem, was da drinnen war, wie man mit dem Gesinde und mit den Haustieren in Frieden lebt.
Die Kleinen nannten die Luchse und die Füchse ihre Hofhunde, das Wiesel war ihre Katze, Hasen und Eichhörnchen ihre Spielgefährten, Bären und Elentiere ihr Großvieh. Eulen und Auerhähne saßen in ihren Vogelbauern, die Tannen waren ihre Diener und die jungen Birken ihre Gäste bei ihren Festen. Sie kannten wohl die Höhlen, in denen die Otter im Winterschlaf zusammengerollt lag, und wenn sie badeten, hatten sie die Natter durch das klare Wasser schwimmen sehen; aber sie fürchteten sich weder vor Schlangen noch vor Waldgeistern, die gehörten ja mit zum Walde, und der war ihr Heim. Nichts konnte sie erschrecken.