»Der Teufel mag wissen, was ich aussetzen soll!«

»Spiel um dein rotestes Herzblut, Melchior, spiel um deine Tochter!«

»Das kann der Herr Sinclaire getrost wagen«, lachte Gösta. »Den Preis bekomme ich nimmer unter mein Dach!«

Der mächtige Melchior konnte ebenfalls nicht umhin zu lachen. Er duldete es nur ungern, daß Mariannens Name am Spieltisch genannt wurde, aber diese Idee war zu toll, um darüber böse zu werden. Mariannen an Gösta zu verspielen – ja, das konnte er getrost wagen.

»Das heißt, Gösta,« erklärte er, »unter der Bedingung, daß, wenn du ihr Jawort erringen kannst, so setze ich meinen väterlichen Segen auf diese Karte.«

Gösta setzte seinen ganzen Gewinn dagegen, und das Spiel begann. Er gewann, und der Gutsherr Melchior Sinclaire hielt mit dem Spielen inne. Gegen das Unglück konnte er nicht ankämpfen, das sah er ein. – –

Nun, Gösta Berling, pocht nicht dein Herz bei alledem! Begreifst du nicht, was dein Schicksal will? Was bedeuteten Mariannens Küsse, was bedeutete Mariannens Zorn? Verstehst du dich denn nicht mehr auf Weiberherzen? Und nun dies gewonnene Spiel! Siehst du denn nicht, daß das Schicksal will, was die Liebe will? Auf, Gösta Berling!

Nein, an diesem Abend ist Gösta Berling nicht in Erobererlaune. Er murrt über die Unbeugsamkeit des Schicksals. Warum wird Liebe nur von Liebe gestillt? Er weiß, wie alle diese schönen Lieder enden. Liebe kann er bekommen, aber keine Gattin. Es kann nicht nützen, das zu versuchen. –

Die Nacht verstrich, es war bereits über Mitternacht. Die Wangen der schönen Damen fingen an zu erbleichen, die Locken fielen aus, die Spitzengarnituren waren zerdrückt. Die alten Damen erhoben sich aus ihren Sofaecken und sagten, das Fest habe nun volle zwölf Stunden gedauert, da sei es Zeit, aufzubrechen.

Und das schöne Fest sollte wirklich ein Ende haben, da aber griff Liliencrona selber zur Fiedel und spielte die letzte Polka. Die Schlitten hielten vor den Türen, die alten Damen hüllten sich in ihre Pelze und Kapuzen, die alten Herren knoteten die Schals um den Hals und knöpften die Pelzstiefel zu.