Wieder ging es rasch den Weg entlang, und wieder beschäftigten sich Örneclous Gedanken mit Maja Lisa. Sie war schön, sie war erst siebzehn Jahre alt, und halb Lövdala war ihr Eigentum! Ja, so einer wie er, Örneclou, gehörte her, um noch ein so großes Glück zu gewinnen, jetzt, wo er nicht mehr in seiner ersten Jugend stand!
Nun tauchte in der Ferne wieder etwas vor ihm auf. Diesmal ein Herr und eine Dame zu Pferd. Das konnte wohl kaum jemand anders sein als die Gräfin Dohna, die einen Ausritt machte.
Eine großartige Dame, diese Wittib auf Borg! Es war immer ein Vergnügen, einer Reiterin zu begegnen, die so gut zu Pferd saß. Nur schade, daß sie beständig diesen kleinen schwarzbraunen Emigranten mit sich führte, den sie jetzt unter ihren Schutz genommen hatte.
Örneclou hielt an, stieg vom Bock herunter und nahm, die Mütze in der Hand, eine bewundernde Stellung ein. Da krähte der Hahn. Die Gräfin zog die Zügel an und sah sich verwundert um. Woher kam denn der Hahnenschrei? Wie war es nur möglich, daß sich ein Hahn so weit von jeglichem Hof entfernt hier auf der Landstraße befand?
Sie hätte vielleicht nichts gemerkt, wenn der Hahn nicht gleich noch einmal gekräht hätte. Aber da begriff sie. Und da sie eine etwas schadenfrohe Dame war, ließ sie sich mit Örneclou in ein Gespräch ein und zwang ihn so, volle drei Minuten lang mitten auf der Landstraße zu halten.
Und der Hahn krähte in einem fort, krähte zwischen jedem Wort, das sie sagten.
Das mußte der schöne Örneclou aushalten! Der eleganteste Kavalier in Värmland mußte es ertragen, daß sie ihn auf diese Weise zum Gespött machte!
Die Gräfin saß ruhig auf ihrem Pferd, unterhielt sich mit ihm und tat, als merkte sie gar nichts von dem Hahn. Sie schien absolut nicht zu hören, daß jedes zweite Wort durch einen Hahnenschrei unverständlich wurde.
Aber Örneclou stand wie auf Kohlen, und der Angstschweiß brach ihm auf der Stirne aus. Schließlich konnte
er es nicht länger aushalten. Er warf sich auf den Bock und fuhr eiligst davon.