Ja, von denen, die vor ihrer Zeit dagewesen waren, wollte es die Pfarrfrau gerne glauben. Aber diese Maja Lisa, an der konnte sie gar nichts Besonderes finden. Sie hielt sie nicht einmal für schön mit ihrem länglichen Gesicht und konnte auch durchaus nicht von ihr sagen, daß sie irgend etwas leistete.
Jetzt war sie, die Pfarrfrau, wohl hinter ihr her und paßte ihr auf; aber niemand half ihr dabei, kaum der Vater, der doch wohl in erster Linie den Wunsch haben sollte, daß aus seiner Tochter ein gesetztes Frauenzimmer würde, die an anderes dachte, als allerlei Unsinn und Kurzweil zu treiben. Aber sie wollte ihrer Pflicht trotzdem nachkommen; es gab nicht viele, die es wagten, derjenigen, die Lövdala und das ganze Dorf erben sollte, ordentlich Bescheid zu sagen. – –
Heute tönte lautes Schellengeklingel durch die Luft. Von vier Seiten kamen die Wagen dahergefahren und
von allen Seiten auch Schlitten, dichtbesetzt mit Gästen, die alle zu der Hochzeit geladen waren. Ja, es würde sicherlich eine großartige Hochzeit, das war nicht anders zu erwarten. Welch ein Glück, daß sie ihren Willen durchgesetzt hatte und die Pfarrerstochter daheim hatte bleiben müssen! Gerade auf diesen alten Bauernhöfen machte man am meisten Wesens aus ihr.
Da war es gar kein Wunder, wenn das Mädchen faul und hoffärtig wurde und meinte, sie dürfe tun und lassen, was ihr beliebte. Oh, sie wußte wohl, was für die Stieftochter am zuträglichsten wäre, aber vorderhand wollte sie es nicht einmal in Gedanken aussprechen!
Vielleicht konnte sie auch zwei Fliegen mit einem Schlag treffen. Vielleicht konnte sie einen kürzeren Kirchenweg herausschlagen und zugleich der Stieftochter zeigen, daß sie nicht eine Prinzessin war, sondern nur eine simple Pfarrmamsell – – –
Na ja, das hätte sie sich denken können, daß sie das durchmachen müßte! Sie war noch nicht zur Türe hereingetreten, als auch schon alle Leute anfingen zu fragen, ob denn die Pfarrerstochter nicht mitgekommen sei.
Ehe sie den Pelzmantel aufknöpfen konnte, hatte sie schon zehnmal erklären müssen, wie bedauerlich es sei, daß Maja Lisa die alte Großmutter nicht habe allein lassen wollen.
Die meisten gaben sich ja mit diesem Bescheid zufrieden. Aber die Familie der Braut beruhigte sich nicht damit und wollte genauere Auskunft haben.
Der alte Björn Hindriksson und seine Frau hatten