Als Mutter so von neuem auf die Straße geworfen war, verfluchte sie ihn und sagte: ‚Das Geld, das ich dir verschafft habe, soll dein Unglück werden.‘

Und Mutter erzählte, der Pfarrer hätte ihr gesagt, er fürchte sich vor nichts, was ein Bettelweib ihm anhaben könne.

‚Die Rache bleibt nicht aus,‘ sagte Mutter. Das war Mutters Sprichwort, daß die Rache nicht ausbleibe.

Aber ihre Rache an dem Pfarrer blieb aus,“ fuhr Tora fort, „und nun heißt er ihre Tochter eine Hexe. Er hätte die große Kiste neben seinem Bett nicht so vollgepfropft mit Geld, wenn meine Mutter nicht gewesen wäre,“ fuhr Tora fort und richtete sich auf. „Er könnte nicht dasitzen und Geld über sich werfen und wälzen, wie er es zu tun pflegt, er gerade so wie der Tote, wenn meine Mutter ihm nicht geholfen hätte.“

Als Tora dies sagte, hörte man ein leises Scharren. Es war nicht ganz nahe, aber auch nicht weit weg. Niemand wußte, was es sein könnte. Es war, als versuche jemand, ein Loch in die Hauswand zu feilen.

„Wer schleift Messer in meinem Hause?“ rief Tora plötzlich.

Nun wurde es ganz still. Als aber das Gespräch wieder in Fluß gekommen war, begann es aufs neue zu knirschen und zu scharren.

Tora nahm einen Kienspan, ging zum Bette hin und sah hinein. Da lagen die drei Wanderer ausgestreckt und schliefen, wie sie den ganzen Abend geschlafen hatten.

Nun war es wieder eine Weile still, dann begann das Unwesen abermals. Jeder hörte deutlich, wie Messer gegen Stein und Leder gerieben und geschliffen wurden. „Gott helfe uns, das ist ein Omen,“ sagte Tora. „Möge uns nichts Böses widerfahren, weil wir Übles vom Pfarrer gesprochen haben!“

Aber am nächsten Morgen lag der Pfarrer, Herr Ane, ermordet in seinem Bett, und sein großer Geldschrein war verschwunden. Und es wurde allsogleich bekannt, daß die drei wandernden Gesellen, die bei Arild dem Köhler gelegen und ihre Müdigkeit ausgeschlafen hatten, die Urheber des Mordes waren.