Jofrid lachte grell auf. „Was willst du tun? Gott hat es uns auferlegt. Konnte er das Kind nicht am Leben erhalten, wenn er wollte? Er wollte es nicht; und jetzt verfolgt er uns um seines Todes willen. Sage mir, mit welchem Recht er uns verfolgt?“

Sie hatte ihre Worte von dem alten Steinkämpen, der finster und hart auf seinem Hügel saß. Es war, als habe er ihr alles eingegeben, was sie Tönne erwiderte.

„Wir müssen eingestehen, daß wir das Kind vernachlässigt haben, und müssen Buße tun,“ sagte Tönne.

„Niemals will ich für etwas leiden, das nicht meine Schuld ist,“ sagte Jofrid. „Wer wollte, daß das Kind sterbe? Ich nicht, ich nicht. Welche Art von Buße willst du denn tun? Willst du dich geißeln oder fasten wie die Mönche? Mich dünkt, du kannst deine Kräfte zur Arbeit brauchen.“

„Mit dem Geißeln habe ich es schon probiert,“ sagte Tönne. „Es nützt nichts.“

„Siehst du!“ sagte sie und lachte wieder.

„Da tut andres not,“ fuhr Tönne mit beharrlicher Entschlossenheit fort. „Wir müssen gestehen.“

„Was willst du Gott sagen, das er nicht schon wüßte?“ höhnte Jofrid. „Lenkt nicht er deine Gedanken? Was willst du ihm sagen?“ Sie fand jetzt, daß Tönne dumm und eigensinnig sei. So hatte sie ihn zu Beginn ihrer Bekanntschaft gefunden; aber dann hatte sie nicht mehr daran gedacht, sondern ihn lieb gehabt, seines guten Herzens wegen.

„Wir müssen dem Vater unsre Schuld gestehen, Jofrid, und ihm Buße bieten.“

„Was willst du ihm bieten?“ fragte sie.