„Wer ist es, der mich erschrecken will?“ fragte der Star und schlug unruhig mit den Flügeln.
„Der Krähenreiter ists, der Krähenreiter!“ rief der Junge. Diesmal gebot der Krähenhäuptling dem Jungen nicht Schweigen. Er und die ganze Schar waren im Gegenteil so lustig, daß sie vor Befriedigung krächzten.
Je weiter sie ins Land hineinkamen, desto größer wurden die Seen, und desto mehr Inseln und Landzungen hatten sie. Am Ufer eines Sees stand der Enterich und machte tiefe Bücklinge vor der Ente. „Ich will dir treu bleiben mein Leben lang! Ich will dir treu bleiben mein Leben lang!“ erklärte er feierlich.
„Es dauert keinen Sommer lang!“ schrie der Junge, der eben vorüberflog.
„Was bist du denn für einer?“ rief ihm der Enterich nach.
„Ich heiße Krähenraub!“ schrie der Junge.
Um die Mittagszeit ließen sich die Krähen auf einer Waldwiese nieder. Sie flogen umher und suchten sich Speise, aber keiner von ihnen fiel es ein, auch dem Jungen etwas zu geben. Plötzlich flog Fumle-Drumle mit einem wilden Rosenzweig, an dem einige rote Hagebutten saßen, im Schnabel zu dem Häuptling hin. „Sieh, was ich dir bringe, Wind-Eile,“ sagte er. „Dies ist etwas Gutes, das für dich paßt.“
Aber Wind-Eile krächzte verächtlich. „Meinst du, ich wolle alte, vertrocknete Hagebutten fressen?“
„Und ich hatte gedacht, du würdest dich darüber freuen,“ sagte Fumle-Drumle und warf den Zweig in hellem Mißmut weg. Der Zweig aber fiel gerade vor dem Jungen nieder, und dieser war nicht faul, ihn aufzuheben und seinen Hunger mit den Beeren zu stillen.
Als die Krähen satt waren, begannen sie miteinander zu plaudern. „Woran denkst du, Wind-Eile? Du bist heute so still?“ sagte eine zu dem Anführer.