Nein, daß sich Eltern so nach ihren Kindern sehnen können! Das hatte er ja noch gar nicht gewußt. Nein, daß das Leben für sie zu Ende sein sollte, wenn die Kinder nicht mehr da sind! Wie, wenn sich nun seine Eltern daheim auch so nach ihm sehnten, wie die Alte hier sich nach ihren Kindern gesehnt hatte?

Der Gedanke machte ihn froh, aber er wagte nicht daran zu glauben. Er war nicht so gewesen, daß jemand nach ihm Heimweh haben könnte.

Aber was nicht war, das konnte vielleicht noch werden!

Ringsum im Zimmer sah er die Bilder der fernen Kinder. Bilder von großen, starken Männern und Frauen mit ernsten Gesichtern, Bräute in langen Schleiern, Herren in feinen Anzügen, und Kinder mit lockigem Haar und in schönen weißen Kleidern! Und ihm war, als starrten sie alle nur ins Blaue hinein und wollten nichts sehen.

„Ihr Armen!“ sagte er. „Eure Mutter ist tot. Ihr könnt nicht mehr gut machen, daß ihr sie verlassen habt. Aber meine Mutter lebt.“

Hier hielt er inne; er mußte lächeln. „Ja, meine Mutter lebt,“ sagte er. „Alle beide leben, Vater und Mutter.“


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Von Taberg nach Huskvarna]