Dem Jungen lief es eiskalt den Rücken hinunter. Also deshalb hatte der Bärenvater ihn hierhergebracht!

„Wenn du das Klopfwerk anzündest, dann schenke ich dir das Leben, wenn du aber nicht tust, was ich will, wird es bald aus mit dir sein.“

Die großen Werkstätten hatten dicke Backsteinmauern, und der Junge dachte, der Bärenvater habe gut befehlen, das Gehorchen sei ihm von selbst unmöglich gemacht. Im nächsten Augenblick jedoch erkannte er, daß es vielleicht doch nicht so ganz unmöglich wäre. Dicht neben ihnen lag ein Haufen Stroh und Hobelspäne, die er leicht anzünden konnte; neben den Spänen ragte ein Stapel Bretter auf, und die Bretter reichten bis dicht an einen großen Kohlenschuppen heran. Der Kohlenschuppen stieß an die Werkstätten; und wenn diese in Brand gerieten, griff das Feuer bald auf das Dach des Eisenhammers hinüber. Alles, was brennen konnte, fing dann Feuer, die Mauern barsten vor Hitze, und die Maschinen würden vollständig zerstört.

„Nun, willst du, oder willst du nicht?“ fragte der Bär.

Der Junge wußte, daß er sofort nein sagen sollte; aber er wußte auch, daß ihn dann die Bärentatzen, die ihn noch immer festhielten, mit einem einzigen Griff zerdrückten. Deshalb sagte er: „Ich muß es mir zuerst etwas überlegen.“

„Nun, so tu es,“ brummte der Bär. „Aber ich will dir noch etwas sagen. Das Eisen ist es, das den Menschen eine solche Macht über uns Bären verliehen hat, und auch aus diesem Grunde will ich der Arbeit hier ein Ende gemacht haben.“

Der Junge wollte die Bedenkzeit benützen, um irgend etwas herauszufinden, wodurch er entwischen könnte; aber er war so von Angst überwältigt, daß er gar nicht Herr über seine Gedanken werden konnte, sondern nur immer daran denken mußte, welche große Hilfe das Eisen doch für die Menschen sei. Sie brauchten ja das Eisen zu allem. Aus Eisen bestand die Pflugschar, die das Feld umpflügte, aus Eisen die Axt, die das Haus baute, aus Eisen die Sense, die das Getreide schnitt, aus Eisen das Messer, das zu allem möglichen gebraucht wurde. Aus Eisen bestand der Zaum, der das Pferd lenkte, das Schloß, das die Tür verschloß, die Nägel, die die Möbel zusammenhielten, die Platten, die das Dach deckten. Das Gewehr, das die wilden Tiere ausgerottet hatte, war aus Eisen, und ebenso der Pickel, der in der Grube das Erz heraushackte. Eisen bekleidete die Kriegsschiffe, die der Junge in Karlskrona gesehen hatte, auf Eisenschienen rollten die Lokomotiven durchs Land; aus Eisen bestand die Nadel, die das Kleid nähte, die Schere, die die Schafe schor, der Topf, in dem das Essen gekocht wurde. Das Große und das Kleine, alles, was nützlich und unentbehrlich war, bestand aus Eisen. Ja, der Bärenvater hatte ganz recht, das Eisen war es, das den Menschen die Übermacht über die Bären gegeben hatte.

„Nun, willst du, oder willst du nicht?“ fragte der Bär noch einmal.

Der Junge fuhr auf. Da hatte er nun an vollständig unnötige Sachen gedacht und noch nichts herausgefunden, was ihn retten könnte.