Bald erreichten die Männer die Kätnerhütten und gingen miteinander in eine von ihnen hinein. Der Junge hatte eigentlich im Sinne gehabt, sich mit ihnen hineinzuschleichen; aber kaum war er auf dem Flur angekommen, da sah er einen großen, schönen, langhaarigen Kettenhund aus der Hundehütte herausrasen und den Hausherrn stürmisch begrüßen. Da änderte der Junge seine Absicht und blieb vor dem Hause.

„Hör einmal, Hofhund,“ sagte er leise, sobald die Männer die Tür hinter sich zugemacht hatten. „Willst du mir nicht helfen, heute nacht einen Fuchs zu fangen?“

Der Hofhund hatte keine scharfen Augen, und zornig und hitzig war er von dem Angebundensein auch geworden. „Wie soll ich einen Fuchs fangen?“ bellte er wütend. „Wer bist denn du, daß du daherkommst und mich verspottest? Komm mir nur so nahe, daß ich dich fassen kann, dann werde ich dich lehren, deinen Spott mit mir zu treiben.“

„O, ich habe durchaus keine Angst vor dir!“ rief der Junge und lief zu dem Hund hin. Und als der Hund den kleinen Knirps sah, war er so überrascht, daß er kein Wort herausbringen konnte.

„Ich bin der Junge, den die Tiere den Däumling nennen, und der mit den Wildgänsen umherzieht,“ sagte Nils Holgersson. „Hast du noch nicht von mir reden hören?“

„Doch, die Schwalben haben wohl so etwas von dir gezwitschert,“ antwortete der Hund. „Du scheinst große Dinge ausgerichtet zu haben, obwohl du nur so klein bist.“

„Ja, bis heute ist es mir ganz gut gegangen, aber wenn du mir nicht hilfst, dann ist es wohl aus mit mir. Ein Fuchs ist mir dicht an den Fersen. Er steht dort an den Ecke und lauert auf mich.“

„Ei freilich, ich wittre ihn wirklich deutlich,“ sagte der Hund. „Den werden wir bald haben.“

Damit jagte der Hofhund davon, so weit seine Kette reichte, und bellte und kläffte eine gute Weile.

„Ich glaube nicht, daß er sich jetzt noch einmal heranwagt,“ sagte er dann.