Der Junge lag höchst vergnügt mitten in einem Busch prachtvoll blühender Dotterblumen und schaute zum Himmel hinauf, als zwei Schulkinder mit ihren Büchern und ihrem Vesperbrot auf einem Wiesenpfad daherkamen, der sich am Ufer hinschlängelte. Die Kinder gingen ganz langsam und sahen sehr betrübt aus. Als sie dicht bei dem Jungen angekommen waren, setzten sie sich auf ein paar Steine und schütteten sich gegenseitig das Herz aus.

„Mutter wird sehr ärgerlich werden, wenn sie hört, daß wir heute unsere Aufgabe wieder nicht gekonnt haben,“ sagte eines von ihnen.

„Ja, und der Vater auch,“ fuhr das andre fort. Und von ihrem Kummer ganz überwältigt, brachen die beiden Kinder in lautes Weinen aus.

Der Junge überlegte eben, ob er sie denn nicht auf irgendeine Weise trösten könnte, als eine kleine, bucklige alte Frau mit einem lieben, freundlichen Gesicht auf dem Pfade daherkam und vor den Kindern Halt machte.

„Kinder, warum weint ihr denn?“ fragte die Alte.

Da erzählten ihr die Kinder, sie hätten in der Schule ihre Aufgabe nicht gekonnt, und nun schämten sie sich so, daß sie nicht nach Hause gehen wollten.

„Aber was ist denn das für eine schwere Aufgabe, die ihr gar nicht lernen könnt?“ fragte die Alte. Da berichteten die Kinder, sie hätten die Geographie von ganz Uppland aufgehabt.

„Das ist allerdings nach dem Buch vielleicht gar nicht so leicht zu lernen,“ sagte die Alte. „Aber nun sollt ihr hören, was meine Mutter mir einmal von diesem Land erzählt hat. Ich selbst bin nicht in die Schule gegangen und habe deshalb auch nichts weiter davon gelernt, aber was meine Mutter mir darüber erzählt hat, hab ich meiner Lebtage nicht wieder vergessen.“

„Nun also, meine Mutter sagte,“ so begann die Alte, indem sie sich neben die Kinder auf einen Stein setzte, „in alten Zeiten sei Uppland die ärmste und unbedeutendste Landschaft von ganz Schweden gewesen. Sie habe nur aus mageren Lehmfeldern und einigen niedrigen Steinhaufen bestanden, und es soll bis zum heutigen Tage noch viele solcher Landstrecken da geben, wenn wir hier unten am Mälar auch nicht viel davon sehen.

Nun ja, woher es nun auch kommen mochte, traurig und betrübt sah es in Uppland aus, und das arme Uppland hatte das Gefühl, daß die andern Landschaften es für einen richtigen armen Schlucker hielten, und das ist auf die Dauer doch recht ärgerlich. Eines schönen Tages jedoch hatte Uppland das ganze Elend so gründlich satt, daß es einen Sack auf den Rücken und einen Stab in die Hand nahm und auszog, um bei denen, die es so viel besser hatten, zu betteln.