Die Meermädchen
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‚Ach, ich denke an jene Nacht, wo ich dein Seehundfell versteckte,‘ antwortete der Fischer; er fühlte sich ihrer jetzt vollkommen sicher und meinte, er brauche nichts mehr vor ihr zu verheimlichen.
‚Was sagst du da?‘ fragte die Braut. ‚Ich habe doch nie ein Seehundfell gehabt.‘ Es war, als habe sie alles vergessen.
‚Weißt du denn nicht mehr, wie du mit den Meermädchen getanzt hast?‘ fragte der Fischer.
‚Ich weiß nicht, was du meinst,‘ antwortete die Braut. ‚Du hast wohl heute nacht einen sonderbaren Traum gehabt.‘
‚Wenn ich dir nun aber dein Seehundfell zeige, glaubst du mir dann?‘ fragte der Fischer und steuerte sogleich auf jenen Holm zu. Als sie dort angekommen waren, stieg das Brautpaar aus, und der Fischer zog das Fell unter dem Stein hervor, wo er es damals versteckt hatte.
Aber kaum erblickte die Braut das Seehundfell, als sie es auch schon an sich riß und sich über den Kopf warf. Das Fell schmiegte sich ihr um die Glieder wie etwas Lebendiges, und sie warf sich augenblicklich in den Strom hinein.