„Ich möchte wohl wissen, wohin die Sonne uns zu führen gedenkt?“ sagte der Junge vor sich hin.
Die Roggenhalme, die neben ihm gingen, hörten, was der Junge sagte, und entgegneten sogleich: „Sie will uns nach Lappland hinaufführen, und dort sollen wir gegen den großen Versteinerer kämpfen.“
Nils Holgersson sah bald, daß allmählich mehrere von den Fußgängern bedenklich wurden; sie gingen langsamer und blieben schließlich zurück. Er sah, wie die großen Buchen anhielten; die Rehe und der Weizen blieben am Grabenrand stehen, und ebenso die Brombeerbüsche, die großen gelben Dotterblumen, die Kastanienbäume und die Rebhühner.
Er schaute zurück, um zu ergründen, warum so viele zurückblieben. Da entdeckte er, daß er sich nicht mehr in dem südlichen Schweden befand; die Reise war über die Maßen rasch vor sich gegangen, sie befanden sich jetzt schon im Svealand.
Hier oben ging die Eiche mit immer langsameren Schritten. Sie blieb ein wenig stehen, machte noch einige zögernde Schritte und hielt dann ganz an.
„Warum geht die Eiche nicht mehr mit?“ fragte der Junge.
„Sie hat Angst vor dem großen Versteinerer,“ sagte eine helle, grüne junge Birke, die so froh und wohlgemut vorwärts schritt, daß es eine wahre Lust war.
Obgleich nun schon viele zurückgeblieben waren, wanderte doch noch eine große Schar mit frischem Mute weiter. Und das Sonnenhaupt rollte die ganze Zeit vor ihnen her und rief: „Vorwärts! Vorwärts! Niemand braucht Angst zu haben, solange ich dabei bin!“
Der Zug setzte seine Reise mit derselben Hast fort. Bald war er droben in Norrland; aber jetzt half alles nichts mehr, soviel auch die Sonne bat und flehte. Der Apfelbaum blieb stehen, der Kirschbaum blieb stehen und die Haferfrucht blieb stehen. Der Junge wendete sich an die Zurückbleibenden.
„Warum wollt ihr nicht mehr mit? Warum verlasset ihr die Sonne?“ fragte er.