Dann wurden Zwiebacke und Bretzeln bei einem Bäcker in Boden und schwarz-weißes Konfekt bei einem Konditor in Luleå bestellt.
Es herrschte eine solche Aufregung wegen dieses Begräbnisses, das Åsa ihrem Bruder veranstalten wollte, daß in ganz Malmberget davon gesprochen wurde. Und schließlich erfuhr auch der Inspektor, was sich da vorbereitete.
Als dieser hörte, daß fünfzig Grubenarbeiter einen zwölfjährigen Jungen zu Grabe geleiten sollten, der, soviel er wußte, ein herumziehender Betteljunge gewesen war, kam es ihm wie der reine Wahnsinn vor. Und Gesang und Musik und Kaffeebewirtung sollte es geben! Und das Grab mit Tannenreis geschmückt, und Konfekt von Luleå! Er ließ die Krankenpflegerin zu sich kommen und befahl ihr, die ganze Sache zu verhindern.
„Es ist unrecht, wenn man das Kind sein Geld auf diese Weise verschleudern läßt,“ sagte er. „Erwachsene Leute können sich doch unmöglich nach dem Einfall eines Kindes richten. Ihr macht euch ja alle miteinander lächerlich.“
Der Inspektor war weder zornig noch böse; er sprach ganz ruhig und bat die Krankenpflegerin mit einfachen Worten, den Gesang und die Musik und das große Geleite abzubestellen. Es sei ja ganz genügend, wenn neun bis zehn Menschen den Jungen zu Grabe geleiteten. Und die Krankenpflegerin widersprach dem Inspektor mit keinem Wort, teils aus Respekt, teils auch, weil sie in ihrem Herzen zugeben mußte, daß er recht habe. Es war wirklich zu viel Aufhebens um so einen Betteljungen. Aus Mitleid mit dem armen Mädchen war ihr das Herz mit dem Verstande durchgegangen.
Von der Villa des Inspektors ging die Krankenpflegerin hinunter in das Arbeiterviertel, Åsa zu sagen, daß sie es nun nicht so einrichten könne, wie das Mädchen es wünschte; aber sie tat es nicht mit leichtem Herzen, denn niemand wußte besser als sie, was dieses Begräbnis für das arme Kind bedeutete. Auf dem Wege traf sie mit ein paar Arbeiterfrauen zusammen; diesen teilte sie ihre Sorgen mit, und die Arbeiterfrauen sagten sogleich, der Inspektor habe ganz recht, es hätte gar keinen Sinn, wenn man mit einem Betteljungen soviel Umstände machen würde. Das arme Mädchen tue ihnen zwar herzlich leid, aber es wäre ganz unnatürlich, wenn man ein Kind auf diese Weise alles einrichten und anordnen ließe, deshalb sei es ganz gut, wenn aus dem Ganzen nichts würde.
Beim Nachhausegehen teilten die Frauen die Geschichte noch anderen mit, und bald hatte sich von dem Arbeiterviertel bis nach den Grubenschächten die Nachricht verbreitet: das große feierliche Begräbnis für Klein-Mats dürfe nicht stattfinden; und da stimmte jedermann sogleich darin überein, daß es so allein richtig sei.
In ganz Malmberget war gewiß nur eine einzige Person, die anderer Meinung war, und diese eine war das Gänsemädchen Åsa.
Die Krankenpflegerin hatte wirklich einen schweren Kampf mit ihr; Åsa klagte nicht und weinte nicht, aber sie wollte nicht nachgeben. Sie sagte, da sie von dem Inspektor keine Hilfe verlange, habe er ja gar nichts dabei zu tun. Er könne ihr doch nicht verbieten, ihren Bruder zu begraben, wie sie wollte.
Erst als ihr mehrere von den Frauen erklärt hatten, nachdem der Inspektor nichts davon wissen wolle, werde nicht eine von ihnen an dem Begräbnis teilnehmen, wurde ihr klar, daß sie dessen Erlaubnis haben müsse.