Mit diesen Worten schloß Aslak seine Erzählung, und in demselben Augenblick nahm Ola Serka die Pfeife aus dem Munde und stand auf. Der alte Ola verstand mehr schwedisch, als er andere wissen lassen wollte, und er hatte verstanden, was der Sohn gesagt hatte. Und während er zugehört hatte, war ihm plötzlich klar geworden, auf welche Weise er Jon Assarsson mitteilen müsse, daß seine Tochter gekommen sei, ihn zu suchen.
Ola Serka ging hinunter an den Luossajaure und wanderte dort eine Strecke dem Ufer entlang, bis er einen Mann traf, der auf einem Stein saß und fischte. Der Fischer hatte graues Haar und eine gebeugte Haltung. Seine Augen sahen müde drein; etwas Schlaffes und Hilfloses lag über dem ganzen Manne, er sah aus, wie jemand, der versucht hat, eine Last zu tragen, die ihm zu schwer war, oder wie einer, der über etwas nachgrübelte, das ihm zu schwierig zu lösen war, und der nun gebrochen und mutlos geworden ist, eben weil ihm die Sache nicht glücken wollte.
„Du hast offenbar Glück bei deinem Fischfang gehabt, Jon, da du die ganze Nacht hier sitzen geblieben bist,“ sagte der Gebirgsbewohner in lappischer Sprache und trat näher.
Der andre fuhr zusammen und schaute auf. Der Köder an seiner Angel war verschwunden, und neben ihm lag nicht ein einziger Fisch. Hastig befestigte er einen neuen Köder an der Angel und warf dann die Schnur wieder aus. Indessen setzte sich Ola neben ihm ins Gras.
„Ich möchte gern etwas mit dir besprechen,“ begann der Lappe. „Du weißt, ich hab eine Tochter gehabt, die im vorigen Jahre gestorben ist, und seitdem habe ich sie in meinem Zelte bitter vermißt.“
„Ja, das weiß ich,“ erwiderte der Fischer kurz, als könnte er es nicht ertragen, an ein verstorbenes Kind erinnert zu werden; er sprach gut lappisch.
„Aber es nützt nichts, wenn man sein Leben vertrauert,“ fuhr der Lappe fort.
„Nein, es nützt gar nichts.“
„Und deshalb hab ich gedacht, ich wolle ein anderes Kind annehmen. Meinst du nicht, das sei ein guter Gedanke?“
„Es kommt darauf an, was es für ein Kind ist, Ola.“