Nach kurzer Zeit verzog sich der Nebel ebenso rasch wieder, wie er aufgetaucht war, und nun sah der Junge, daß Bataki über einem breiten Flußtal hinflog. Es war ein schöner Landstrich mit ebenso hohen Bergen wie im Jämtland, aber am Fuße der Berge war kein fruchtbares, dichtbebautes Land wie dort. Die Ortschaften lagen weit voneinander entfernt, und die Felder waren nur klein. Bataki flog den Fluß in südlicher Richtung entlang, bis er in die Nähe eines Dorfes kam. Da flog er auf ein Stoppelfeld hinunter und ließ den Jungen absteigen.
„Auf diesem Felde hat im Sommer Gerste gestanden,“ sagte Bataki. „Sieh, ob du nicht etwas Eßbares findest.“
Der Junge befolgte den guten Rat, und schon nach ganz kurzer Zeit fand er eine Ähre. Während er die Körner herausschälte und sie verzehrte, fing Bataki ein Gespräch mit ihm an.
„Siehst du das große Gebirge dort, das gerade im Süden vor uns aufragt?“ fragte er.
„Jawohl, ich sehe es deutlich,“ antwortete der Junge.
„Es heißt Sonfjället,“ fuhr der Rabe fort, „und du darfst mir glauben, in den alten Tagen hat es dort viele Wölfe gegeben.“
„Dieses Gebirge muß auch ein guter Schlupfwinkel für sie gewesen sein,“ räumte der Junge ein.
„Ja, für die Leute hier im Tale war es oft sehr schwer, daß sie sich auch noch mit den Wölfen herumschlagen mußten,“ sagte Bataki.
„Weißt du nicht irgendeine gute Geschichte von Wölfen, die du mir erzählen könntest?“ fragte der Junge. Und Bataki erzählte:
„Vor langer, langer Zeit sollen die Wölfe von Sonfjället einmal einen Bauern überfallen haben, der mit einer Ladung Böttchergefäße umherfuhr. Er war von Hede, einem Dorf, das einige Meilen höher droben, als wir uns hier befinden, im Ådal liegt. Es war Winter, und die Wölfe jagten hinter dem Schlitten her, als er eben über das Eis des Ljusnan hinüberfuhr. Es waren ihrer wohl acht bis zehn Stück, und der Bauer hatte kein gutes Pferd, so daß er nicht viel Hoffnung hatte, ihnen entkommen zu können.