„Ich danke dir, Majros,“ erwiderte der Junge, sehr angenehm überrascht über die freundliche Begrüßung. „Erzähl mir nun, wie es meinem Vater und meiner Mutter geht!“
„Seit du fort bist, haben sie nichts als immerfort Kummer und Unglück gehabt,“ sagte Majros. „Das schlimmste aber ist die Sache mit dem teuren Pferd, das nun den ganzen Sommer nichts tun konnte und immer nur gefressen hat. Dein Vater kann es nicht übers Herz bringen, es zu erschießen, und verkaufen kann er es auch nicht. Des Pferdes wegen haben Stern und Gull-Lilja verkauft werden müssen.“
Der Junge hätte eigentlich etwas ganz andres gerne gewußt; aber er scheute sich, geradeheraus zu fragen. Deshalb sagte er: „Meine Mutter war wohl sehr ärgerlich, als sie entdeckte, daß der Gänserich Martin davongeflogen war?“
„Wenn sie gewußt hätte, wie alles gekommen war, hätte sie sich über den Verlust des Gänserichs Martin wohl nicht so sehr gegrämt. So aber trauert sie Tag und Nacht darüber, daß ihr eigener Sohn von daheim fortgelaufen sei und den Gänserich mitgenommen habe.“
„Wie, glaubt sie denn, ich habe die Gans gestohlen?“ rief der Junge.
„Ja, was soll sie denn sonst glauben?“
„Vater und Mutter meinen wohl, ich hätte mich den Sommer hindurch wie ein gemeiner Landstreicher herumgetrieben?“
„Sie denken, es stehe schlimm mit dir,“ sagte Majros, „und sie haben um dich getrauert, wie man trauert, wenn man sein Liebstes verloren hat.“
Als der Junge dies hörte, verließ er rasch den Kuhstall und ging zu dem Pferde hinein. Der Pferdestall war ein kleiner, aber hübscher Raum. Der Junge sah wohl, der Vater hatte sich alle Mühe gegeben, es dem Pferde bei seiner Ankunft so recht behaglich zu machen. Und es stand auch wirklich ein wunderschönes Pferd im Stall, das von Gesundheit strotzte.
„Guten Tag, guten Tag!“ sagte der Junge. „Wie ich höre, soll ein krankes Pferd hier sein. Damit bist du doch wohl nicht gemeint, denn du siehst ja ganz frisch und ganz gesund aus?“