Martha Meister: Wie schön von Ihnen, Louis, daß Sie kommen!
Martha Parks: Ach, wir sind so geeilt.
Bella: Du glaubst kaum, liebe Martha, wie gespannt wir sind.
Gretchen: Was für Nachrichten bringen Sie uns heute, Herr Louis?
Louis: Gute, meine Damen, sehr gute, ich ....
Bella: Wie warm Ihnen ist, Louis; Gretchen, Martha, — schnell die [Fächer] zur Hand — so — das ist schön, Louis, nicht wahr?
Louis: O, ich bin [beneidenswert]!
Gretchen: Jetzt ist Ihnen kühler, nicht wahr? Nun, Louis, was wollten Sie sagen?
Louis: Ach so — sie sind fast immer allein in der Bibliothek bei verschlossener Thüre; was sie [verhandeln], möchte ich wohl wissen, aber ich weiß es nicht und kann Ihnen nichts davon [verraten]. Heute Mittag bei Tisch aber begann Albert so wie zufällig: Heinrich, ich möchte Dich heute Nachmittag in eine befreundete Familie einführen — ich — ich weiß, was Du sagen willst, — nein, nein, mein Freund, keine Entschuldigung heute, ich habe dort eine kleine Vorlesung über Lessing zu geben und [es liegt mir viel daran], den Damen zu gefallen, und Du weißt zu gut, daß ich viel besser sprechen kann, wenn ich Dich vor mir habe; liebster Heinrich, bringe mir das Opfer, willst Du? — »Hm, ich begleite Dich,« — war alles, was er darauf erwiderte. Er spricht sehr wenig und immer kurz, aber jedes seiner Worte hat Wert. Otto meint, daß seine Ideen hoch und edel seien.
Martha Parks: Und ich glaube wie Otto. Ich sitze gerne bei dem stillen Freunde meines Bruders, und er sieht mich immer so freundlich an, und ich sehe ihn wieder an; wir sprechen kein Wort — wir sehen einander bloß an.