So konnten sie den bösen Plan in jener Zeit nicht [ausführen]. Ich aber habe den Schatz noch heute und will ihn gern in eure Hände, mein König, legen, daß ihr sehet, daß ihr an mir einen treuen Diener hattet.
Die Königin, dieses hörend, war sehr gerührt. Sie sah auf zu ihrem Gemahl, und dieser sagte mit ernstem Auge: Es scheint, du sprichst jetzt die Wahrheit; ich glaube dir. Bindet Braun, den Bären, und Isegrimm, den Wolf, und [führt] sie in das [Gefängnis]. Reineke aber, den Fuchs, machet frei; denn ich erkenne ihn als meinen treuesten Diener.
Darüber freuten sich viele; und viele waren gar traurig.
Isegrimm aber sagte zu Braun: Sieh', dieses Mal hat er wieder gewonnen, der Falsche.
Der König aber rief Reineke zu sich und fragte ihn leise: Wo, sagtest du, wäre der Schatz vergraben?
Und so antwortete Reineke: Höret, ich bitte, o König, genau die Worte, die ich jetzt spreche, so daß ihr und eure Gemahlin den Platz nicht vermisset, wo Gold und Juwelen begraben liegen.
In Flandern ist eine [Wüste]. Dort ist ein Brunnen, Krekelborn heißt er. An dem Brunnen gehet vorbei. Dann kommt ihr an einen Busch. Auch an dem Busche gehet vorbei. Dann aber kommt ihr an einen [einsamen] Ort. Weder Menschen noch Tiere leben daselbst, nur die Eule allein [haust][I-5] hier. Da stehen zwei [Birken]. Da bleibet stehen; denn ihr habt den rechten Ort gefunden. Unter den Wurzeln der Bäume findet ihr, was euch erfreut. Ich selbst wollte mit euch gehen. Doch, wißt ihr wohl, der Papst hat mich in den [Bann] getan. Nun aber habe ich im Herzen [gelobt], nach Rom zu gehen als Pilger. Ich will nun ein besseres Leben beginnen. Doch hier ist der Hase. Der kennt den Platz. Wenn ihr befehlet, so rufe ich ihn.
Und der König sprach: Thue so. Und der Fuchs rief den Hasen.
Zu Reineke selbst aber sagte der König: So gehe nach Rom und komme befreit vom Banne zurück.