So laßt uns denn, rief da ein anderer Schüler, die Gläser zusammen stoßen und rufen: Heil unserm Meister! — Sie taten so; sie hörten das Klingen der Gläser; und von diesem Tage an stoßen die Menschen an, wenn sie Wein trinken, und denken des Freundes oder der Freunde.

Herr Meister: Das ist eine feine Erklärung.

Bella: Und eine philosophische.

Dr. Albert: Jetzt will ich Ihnen noch eine Anekdote erzählen; dann ist die Tafel [aufgehoben] und [wir begeben uns in] das Musik-Zimmer.

In einem Hotel in Jena saß einst ein alter Herr in einer Ecke am Tische und trank Wein. — Der Wein aber war dem Herrn zu stark, und er mischte ihn darum mit Wasser.

In demselben Hotel, in einer andern Ecke, saßen drei Studenten am Tische. Auch sie tranken Wein; aber sie mischten ihn nicht mit Wasser; und sie lachten über den alten Mann, der seinen Wein verdünnte.

Endlich stand ein Student auf, trat vor den alten Mann und sprach: Herr, wissen Sie auch, daß Sie eine große Sünde [begehen], die edle Gottes-Gabe, den Wein, mit Wasser zu verdünnen? Sprachs und setzte sich. Der alte Mann aber stand auf und sprach:

Wasser allein macht stumm,
Das [beweisen] im Wasser die Fische.
Wein allein macht dumm,
Das beweisen die Herren am Tische.
Und da ich nun keines von beiden will sein,
So vermische mit Wasser ich meinen Wein.

Sprach's und ging hinaus. Die Studenten aber waren [mäuschenstill]; denn sie wußten jetzt, wer dieser alte Herr war. Es war — [Goethe][III-11].

Otto: Das war gut.