[(153)] Vgl. des Verf. »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie«, 1905, 2. Aufl. 1910.
[(154)] Die Sprache des Traumes, 1911.
[(155)] Der psychische Hermaphroditismus im Leben und in der Neurose, Fortschritte der Medizin 1910, Nr. 16 und spätere Arbeiten im Zentralblatt für Psychoanalyse I, 1910/11.
[(156)] Ein typisches Beispiel eines solchen verkappten Ödipustraumes habe ich in Nr. 1 des Zentralblattes für Psychoanalyse veröffentlicht; ein anderes mit ausführlicher Deutung O. Rank ebendort in Nr. 4. Über andere verkappte Ödipusträume, in denen die Symbolik des Auges hervortritt, siehe Rank (Internat. Zeitschrift für Psychoanalyse I, 1913). Daselbst auch Arbeiten über »Augenträume« und Augensymbolik von Eder, Ferenczi, Reitler. Die Blendung in der Ödipussage wie anderwärts als Stellvertretung der Kastration. Den Alten war übrigens auch die symbolische Deutung der unverhüllten Ödipusträume nicht fremd. (Vgl. O. Rank, Jahrb. II, p. 534): »So ist von Julius Cäsar ein Traum vom geschlechtlichen Verkehr mit der Mutter überliefert, den die Traumdeuter als günstiges Vorzeichen für die Besitzergreifung der Erde (Mutter-Erde) auslegten. Ebenso bekannt ist das den Tarquiniern gegebene Orakel, demjenigen von ihnen werde die Herrschaft Roms zufallen, der zuerst die Mutter küsse (osculum matri tulerit), was Brutus als Hinweis auf die Mutter-Erde auffaßte (terram osculo contigit, scilicet quod ea communia mater omnium mortalium esset. Livius I, LXI). Vgl. hiezu den Traum des Hippias bei Herodot VI, 107: »Die Barbaren aber führte Hippias nach Marathon, nachdem er in der vergangenen Nacht folgendes Traumgesicht gehabt: Es deuchte dem Hippias, er schliefe bei seiner eigenen Mutter. Aus diesem Traume schloß er nun, er würde heimkommen nach Athen und seine Herrschaft wieder erhalten und im Vaterlande sterben in seinen alten Tagen.« Diese Mythen und Deutungen weisen auf eine richtige psychologische Erkenntnis hin. Ich habe gefunden, daß die Personen, die sich von der Mutter bevorzugt oder ausgezeichnet wissen, im Leben jene besondere Zuversicht zu sich selbst, jenen unerschütterlichen Optimismus bekunden, die nicht selten als heldenhaft erscheinen und den wirklichen Erfolg erzwingen.«
[(157)] Über die mythologische Bedeutung der Wassergeburt siehe Rank: Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.
[(158)] Die Bedeutung der Phantasien und unbewußten Gedanken über das Leben im Mutterleibe habe ich erst spät würdigen gelernt. Sie enthalten sowohl die Aufklärung für die sonderbare Angst so vieler Menschen, lebendig begraben zu werden, als auch die tiefste unbewußte Begründung des Glaubens an ein Fortleben nach dem Tode, welches nur die Projektion in die Zukunft dieses unheimlichen Lebens vor der Geburt darstellt. Der Geburtsakt ist übrigens das erste Angsterlebnis und somit die Quelle und Vorbild des Angstaffektes.
[(159)] Ferner Rank: Belege zur Rettungsphantasie (Zentralblatt f. Ps.-A. I, 1910, p. 331), Reik: Zur Rettungssymbolik (ebenda, p. 499) u. a. m.
[(160)] Analysen von anderen Zahlenträumen siehe bei Jung, Marcinowski u. a. Dieselben setzen oft sehr komplizierte Zahlenoperationen voraus, die aber vom Träumer mit verblüffender Sicherheit vollzogen werden. Vgl. auch Jones, »Über unbewußte Zahlenbehandlung« (Zentralbl. f. PS.-A. II, 1912, S. 241 f.).
[(161)] In der gleichen Weise wie der Traum verfährt auch die Neurose. Ich kenne eine Patientin, die daran leidet, daß sie Lieder oder Stücke von solchen unwillkürlich und widerwillig hört (halluziniert), ohne deren Bedeutung für ihr Seelenleben verstehen zu können. Sie ist übrigens gewiß nicht paranoisch. Die Analyse zeigt dann, daß sie den Text dieser Lieder mittels gewisser Lizenzen mißbräuchlich verwendet hat. »Leise, leise, fromme Weise.« Das bedeutet für ihr Unbewußtes: Fromme Waise, und diese ist sie selbst. »O du selige, o du fröhliche« ist der Anfang eines Weihnachtsliedes; indem sie es nicht bis zu »Weihnachtszeit« fortsetzt, macht sie daraus ein Brautlied u. dgl. – Derselbe Entstellungsmechanismus kann sich übrigens auch ohne Halluzination im bloßen Einfall durchsetzen. Warum wird einer meiner Patienten von der Erinnerung an ein Gedicht heimgesucht, das er in jungen Jahren lernen mußte:
»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«