Seine Productionen bestehen in Folgendem: Durch Einathmen von Dämpfen, deren Erzeugung sein Geheimniss ist, versetzt er sich in einen quasi hypnotischen Zustand, dann beginnt er mit Kopfschütteln und Verdrehungen und Verrenkungen des Körpers, bis er einem Schwindelanfalle nahe ist. In diesem Stadium soll sein Körper in gewissem Grade gefühllos sein, so dass er von den Schmerzen, die ihm seine Productionen verursachen, fast gar nichts empfindet.
Dann folgen die Selbstpeinigungen: Er sticht sich vier bis sechs lange spitze Dolchnadeln durch den einen Ober- und Unterarm; man sieht, wie sich die Haut dehnt, bevor die Spitzen der Nadeln hindurchdringen. Dann geht er, um etwaige Zweifel zu heben, unter das Publicum und lässt von einer beherzten Person die Nadeln wieder langsam und vorsichtig aus dem dicken Fleische herausziehen.
(Dieselbe Lieblingspassion hatte 1851 die dreizehnjährige Tochter eines Kaufmanns in Demmin in Pommern, die sich oft mit zwölf und oft mit noch mehr Stecknadeln die Innen- und Aussenseiten der Hände spickte, ohne dass auch nur ein Tropfen Blut zum Vorschein gekommen wäre. Auf die Frage: »Ob sie keine Schmerzen dabei empfinde«, antwortete sie: »Nein, nur ein heftiges Jucken, wenn die Nadeln wieder herausgezogen sind, sonst nichts«.)
Dann folgt das Durchstechen der Backen, des Halses und der Zunge, und damit die allgemeine Annahme widerlegt werde, dass er die Nadeln durch alte verwachsene Löcher steche, lässt er sich die Zunge auch von einem Arzte unter den Zuschauern durchstechen. Dann schlägt er sich mit einem hölzernen Hammer eine Nadel mit grossem Kopfe unter dem Bauchnabel regelrecht in den Leib, und dann lässt er sich von zwei ziemlich grossen Schlangen in Hals und Arme beissen. Zum Schluss hält er seinen nackten Arm etwa fünf Minuten lang in die hochauflodernde Flamme einer Fackel. — Aratas ist ein schöner Mann. Trotzdem seine Productionen hochinteressant sind, so haben sie doch etwas Abschreckendes, Zurückstossendes für viele Zuschauer.
Die Mac-Mahon-Kinder
stehen insofern wohl als Seltenheit da, als sie und ihre sämmtlichen Geschwister Albinos sind und von Neger-Eltern abstammen. Sie wurden vor fünfzehn Jahren in Troy, Staat New-York, geboren und von ihren Eltern schon von frühester Kindheit an öffentlich ausgestellt. Die Eltern haben sich dadurch ein kleines Vermögen erworben und leben seit einiger Zeit mit den Kindern in stiller Zurückgezogenheit auf einer hübschen Besitzung in ihrer Heimath. Den Kindern wird das Haar stets ganz kurz geschnitten, und sollen dieselben nie wieder als Schau-Objecte functioniren. — Leider giebt es nicht viele so vernünftige Eltern, die auch an das Wohlergehen ihrer Kinder denken und sie nicht bis zum Lebensende ausnützen.