Bella Carter, ein recht hübsches Mädchen von etwa 22 bis 23 Jahren, ist in Port Huron, Michigan (Amerika) geboren, wo sie bis zum Jahre 1889 »unentdeckt« bei ihrer Mutter lebte. Da hörte ein »findiger« Impresario von ihr und — dass sie ein behaartes Muttermal von ausserordentlicher Grösse auf dem Rücken habe. (Muttermale sind fast ohne Ausnahme bald mehr, bald weniger behaart. Im Volksmunde werden sie nicht selten »Mäuse« genannt und ihre Entstehung dem »Versehen« an einer Maus zugeschrieben, über die sich die Mutter während der Schwangerschaft mit dem Kinde erschreckt habe. Während aber die Behaarung dieser Mäuse meistens plüschartig und weich ist, sind die Haare auf Bella Carter's Muttermal drahtartig-hart und ca. 12-14 Zoll lang.)
Sofort stattete der Impresario Mutter und Tochter eine Recognoscirungs-Visite ab und nachdem er das Muttermal mit der allerdings ungewöhnlich üppigen Behaarung gesehen hatte, machte er Beiden den Vorschlag, Miss Bella gegen ein wöchentliches Fixum öffentlich zeigen zu wollen, ein Vorschlag, der von Mutter und Tochter sofort acceptirt wurde, da sie in nur ärmlichen Verhältnissen lebten.
Das »Mädchen mit der Pferdemähne« war entdeckt, und war die Uebertreibung auch eine geradezu »phänomenale«, so war der Erfolg doch ein so guter, dass Miss Bella heute noch für eine bewährte Zug-Nummer gilt, die in Amerika überall gerne engagirt wird.
Auch nach Europa wurde das »Mädchen mit der Pferdemähne« überführt, da aber ihre Ausstellung im Berliner Passage-Panopticum absolut erfolglos war, so stand der Impresario von jeder weiteren Ausstellung ab und kehrte mit seinem »star« nach Amerika zurück. (Das Cliché zeigt Miss Carter während der Vorführung.)
Der Hindu »Laloo«
ist eines der grössten Phänomen, die jemals existirt haben. Aus seiner Brust ist nämlich der vollständig entwickelte Körper eines Mädchens, dem jedoch der Kopf fehlt, herausgewachsen und von sämmtlichen Aerzten, die Untersuchungen anstellten, wird behauptet, dass der Kopf sich in der Brust Laloo's befinde. Er wurde 1882 zur indischen Ausstellung nach London gebracht und nach Beendigung derselben in sämmtlichen Universitäten, Museen etc. Gross-Britanniens mit ganz colossalem Erfolg ausgestellt.