Sie ging mit Helge durch den flutenden Frühlingswind, der ihren Körper durchkühlte wie ein Bad; sie fühlte sich selbst wie ein kühles, frisches, saftgefülltes Blatt, und sie sehnte sich danach, sich ihm zu geben.

In ihrem dunklen Hausflur sagten sie sich zum letzten Male Lebewohl. Sie wollten nicht voneinander lassen.

„Könnte ich doch heute Nacht bei dir bleiben! Jenny!“

„Helge.“ Sie drängte sich an ihn. „Du darfst!“

Er umfaßte sie heftig, ihre Hüften, ihre Schultern. Aber sobald sie es ausgesprochen hatte, erzitterte sie. Sie wußte selbst nicht, warum ihr Angst wurde — sie wollte nicht ängstlich sein. Im selben Augenblick bereute sie, daß sie eine Bewegung gemacht hatte, als wollte sie sich aus seiner harten Umarmung befreien. Aber da hatte er sie schon freigegeben.

„Nein. Nein. Ich weiß ja, daß es unmöglich ist.“

„Ich will ja so gern,“ flüsterte sie gedemütigt.

„Ja, ja.“ Er küßte sie. „Ich weiß, daß du ... aber ich weiß auch, daß ich nicht darf —.“

„Dank, Jenny! Hab Dank für alles! Jenny, Jenny — Dank für deine Liebe! Gute Nacht.“ —

Die Tränen rannen kalt über ihre Wangen, als sie in ihrem Bett lag. Sie versuchte sich selbst klarzumachen, daß es sinnlos sei, zu liegen und so zu weinen als wäre irgend etwas Schönes zu Ende gegangen, irgend ein Glück zersprungen.