Die Leichtigkeit des ersten Verfahrens würde die Weigerung, sich dahin zu verstehen zum Verbrechen machen. Die Gerechtigkeit würde nur nach aller Billigkeit handeln, wenn
sie gegen jene, die davon überwiesen wären, die Todesstrafe verhängte. Unterdessen giebt es zarte Herzen, bei denen die Sanftmuth in Schwachheit übergeht. Sie werden sich über diese strenge Verordnung entrüsten, sie werden zwischen der Strafe und dem Verbrechen kein Verhältniß sehen.
Es ist so süß, so natürlich, werden sie sagen, die Gefahren zu wagen, derer Folge sie ist. Sollt es gerecht seyn, den Irrthum eines Augenblicks mit einer so schmählichen Züchtigung zu ahnden? Sollte man sich entschließen können, gegen ein vernünftiges Wesen den Tod zu verhängen, weil es seines Lebens nicht ordentlich genoß? Was man ihnen antworten könnte, ist dieses.
Ich gebe Ihnen zu, meine Herrn! mein Rath mag strenge scheinen. Aber untersuchen Sie, was unter Ihren Augen vorgeht. Wer sind jene Armseligen, die sie dort mit
den rothen Kappen auf den Galeeren sehn? Wer sind jene, derer Hinrichtung so viel Volks auf den freyen Platz spornt? Unter ihnen befinden sich Leute, die Schwärzer, Betrüger waren. Das Gesetz waffnet sich mit einer unbeugsamen Schärfe, und verurtheilt sie ohne Barmherzigkeit!
Nun ich bitte Sie, giebt es wohl eine schrecklichere Schwärzerei, als die Kakomonade? Kann man die Einführung ihrer Geschenke mit der Einführung eines Holländertobaks oder Spaniols in Vergleichung ziehen? Die Kutzenelle, so roth sie ist, kann sie die Vergleichung mit gewissen Purpurknöpfchen ertragen, welche die Ehrbarkeit nicht nennen läßt.
Wenn Sie ohne Anstand arme Leute, die Ihnen für wohlfeilen Preis weis nicht welch braunen, gelben, oder feuerfarbenen Staub brachten, rudern lassen, hängen und
rädern; was sind Sie wohl denen schuldig, welche sich erdreusten, die Quelle der Vergnügungen zu vergiften? Was werden Sie jenen Frevlern nicht anthun, die es wagen, in das Heiligthum der Wohllust Betrübnis, und Thränen in die Wohnung der Freude zu bringen?
Die aufgeklärte Menschheit gebietet ohne Zweifel ihre Bestrafung zum Wohle der leidenden Menschheit. Man muß alle ohne zu schwanken eine bestimmte Zeit festsetzen, nach welcher Niemand mehr angenommen werde, der sich angiebt, mit einem Ungemache behaftet zu seyn, wovon er sich wird haben entledigen können. Man muß die Kakomonade wie eine ausländische Waare ansehen, und die, bei denen sie gefunden wird, ohne Barmherzigkeit konfisziren.